Noch ein Mal schlafen – dann ist Weihnachten! Gerade noch rechtzeitig haben auch wir unseren sehr speziellen Wunschzettel fertiggestellt.

Liebes Christkind,

es ist die Zeit der Besinnlichkeit und auch wir denken in diesen Tagen darüber nach, was das Jahr, die vergangenen Monaten und Wochen gebracht haben, und was noch besser laufen könnte. Deswegen haben wir dir eine Liste mit Dingen geschrieben, die wir uns für das kommende Jahr wünschen.

Wir wissen natürlich, dass wir in diesem Jahr nicht immer nur Braves geschrieben haben (wie dir einige unserer Gesprächspartner gerne bestätigen werden), aber vielleicht kannst du uns trotzdem ein paar Wünsche auf unserem Zettel erfüllen.

Wunsch 1:
Eine Kultur des Scheiterns

Als wir im Februar mit unserem Portal gestartet sind, drehte sich eine unserer ersten Geschichten um das Scheitern: Christian Lindner hielt damals eine viel beachtete Rede über den Misserfolg. Es war ein emotionales Plädoyer dafür, dem gescheiterten Gründer nicht mit Häme und Spott zu begegnen, sondern mit Respekt dafür, es versucht zu haben.

Was seitdem passiert ist? Wenig. Das Scheitern ist immer noch ein Makel. Wenn sich ein Start-up aus einem Markt zurückziehen muss – wie beispielsweise Shopwings –, dann wird dies als Erfolg in Australien verkauft. Wenn ein Unternehmen wie Amen einfach eingestellt wird, dann erfährt man davon durch das Aufrufen der Webseite. Und wenn ein Unternehmen Pleite geht, dann kommt das meist erst durch den Insolvenzantrag an die Öffentlichkeit.

Eine Kultur des Scheiterns sieht anders aus.

Sie sieht aus wie bei Bea und Oliver Beste, die 2015 mit dem Aus ihrer Tollabox Schlagzeilen machten, aber in Blogbeiträgen und Gastartikeln offen und ehrlich darüber schrieben, warum es nicht klappte. Denn das Problem des Scheiterns ist nicht das Scheitern an sich, sondern das Verstecken des Misserfolgs.

Die Kultur des Scheiterns sieht aus wie bei Veranstaltungen wie den Fuck-up-Nights, auf denen Gründer von ihrem Scheitern erzählen. Auf denen sie den Misserfolg erklären statt ihn zu beschönigen. Auf denen die Lehren aus den eigenen Fehlern gezogen werden.

Aber das reicht noch nicht. Das Scheitern ist ein schmerzlicher Prozess für jeden, der ihn durchlaufen muss. Statt feixend daneben zu stehen, sollten wir diesen Weg einfacher für den Gescheiterten machen. Diese Kultur hilft uns am Ende nicht nur, mehr Leute zum Gründen zu bewegen. Wir brauchen diese Kultur auch, um an unseren eigenen Fehlern, um an uns selbst zu wachsen.