Wonderpots hat Insolvenz anmelden müssen. Nicht nur für das Start-up, sondern auch für die 889 Crowdinvesting-Gesellschafter schlechte Nachrichten.

Für Wonderpots ist es keine schöne Zeit: Ende November musste das Frozen-Yogurt-Start-up vorläufig Insolvenz anmelden, wie nun bekannt wurde. Damit ist die Existenz des Unternehmens, das einst eine halbe Million Euro über die Crowdinvesting-Plattform Companisto einnahm, bedroht. Als vorläufiger Insolvenzverwalter entscheidet nun der Rechtsanwalt Falk Eppert über die Zukunft des Start-ups.

„Wir haben lange gekämpft, um eine mögliche Insolvenz zu vermeiden“, sagte Wonderpots-Geschäftsführer Thomas Piotrowski zu WiWo Gründer. Der Schritt in die Insolvenz sei ihm „sehr schwer gefallen“. „Jeder, der mich kennt, weiß, wie ich für das Produkt und das Unternehmen brenne“, so Piotrowski. Über die Insolvenz des Berliner Anbieters hatte zuerst die „Gründerszene“ berichtet. Laut des Berichts wird derzeit ein Insolvenzverfahren geprüft. Franchise-Nehmer des Frozen-Yogurt-Anbieters seien nicht betroffen.

Wie es langfristig weitergehe, könne er heute noch nicht beantworten, sagt der Geschäftsführer des 2011 gegründeten Start-ups. Der Betrieb soll seinen Angaben zufolge vorerst normal weiterlaufen, im Tagesgeschäft will Piotrowski „Hand in Hand“ mit dem Insolvenzverwalter zusammenarbeiten. Das wichtigste Ziel für den Chef: die Arbeitsplätze zu sichern. „Ich halte Wonderpots nach wie vor für ein großartiges Produkt mit guten Chancen am Markt“, so Piotrowski.

Das ambitionierte Ziel: das „Starbucks für Frozen Yogurt“ werden

Genaue Gründe für die Insolvenz nennt er nicht. Nur so viel verrät er: „Dass dieser Schritt nun doch unausweichlich war, hat eine Vielzahl von Gründen, die auch in der Gesellschafter-Struktur von Wonderpots lagen.“ Das wolle er aber nicht öffentlich kommentieren.

Das Start-up war einst mit dem Ziel gestartet, das „Starbucks für Frozen Yogurt“ zu werden. Gelingen sollte das mit einer fettreduzierten Eis-Alternative. Mit einer Crowdinvesting-Kampagne auf Companisto konnte das Unternehmen 2013 eine halbe Million Euro einnehmen, eine der höchsten Summen, die bis dato in Deutschland über solche Portale vergeben wurden. 889 Privatinvestoren steckten ihr Geld in Wonderpots, die Bewertung der Firma lag bei vier Millionen Euro.

Die Gesellschafter sind bereits über die eingeleiteten Schritte informiert. „Auch mit Blick auf die vielen Companisten, die sich an Wonderpots beteiligt haben, bedauere ich die Insolvenz sehr“, sagt Piotrowski. Als Gesellschafter droht ihnen der Totalverlust.

Wonderpots ist nicht das erste crowdfinanzierte Start-up in diesem Jahr, das Insolvenz anmelden muss. Auch das Bastelbox-Unternehmen Tollabox musste 2015 bereits aufgeben.