Der Webseiten-Plattform Jimdo lag nie viel an Investoren – bis jetzt. Das Hamburger Start-up gab am Montag seine erste Finanzierungsrunde bekannt. Warum Jimdo seine Meinung über Venture Capitalists geändert hat.

Jimdo lag bislang nicht viel an Investoren. Als das Hamburger Start-up vor drei Jahren einen achtstelligen Betrag von einem Venture Capitalist angeboten bekam, schlugen die Gründer die Summe aus. In einem Beitrag hieß es damals, man wolle seine Entscheidungen alleine treffen.

Nun haben die Gründer Fridtjof Detzner, Matthias Henze und Christian Springub ihre Meinung offenbar geändert: Am Montag verkündete Jimdo überraschend eine Kapitalspritze von 25 Millionen Euro. Der US-amerikanische Venture Capitalist Spectrum Equity steigt bei der Hamburger Plattform für Webseiten ein. Bislang hatte Jimdo lediglich Fremdkapital von 500.000 Euro eingesammelt.

„Jetzt war für uns der richtige Zeitpunkt, den nächsten Schritt zu gehen“, heißt es dazu von Mitgründer Henze. Die Gründer seien „sehr stolz“ darauf, mit Jimdo und dem bisherigen Fremdkapital soweit gekommen zu sein. Seit der Gründung im Jahr 2007 haben die Nutzer von Jimdo rund 15 Millionen Webseiten über die Plattform aufgebaut.

„Wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben“

Die Gründe für ihre Entscheidung führen die drei Gründer in einem Blogeintrag aus. „Wir sind stolz auf das, was wir bisher erreicht haben – aber in uns wurde dieses Gefühl, dass unser Team und wir für den nächsten Schritt bereit sind, immer stärker“, schreiben sie auf der Unternehmensseite. Mit diesem Gefühl sei die Möglichkeit einer Investitionsrunde wieder weiter in den Vordergrund gerückt, so die Jimdo-Verantwortlichen.

Nachdem sie die Finanzierungsrunde vor drei Jahren ausgeschlagen hätten, hätten sie angefangen, über die Vorteile nachzudenken: „die Möglichkeit, das Produkt schneller zu entwickeln und Jimdo bekannter zu machen“. Da sie Spectrum schon länger kannten, hätten sie sich für die US-Amerikaner entschieden. Trotz der Investition halten die Gründer aber weiterhin die Mehrheit an Jimdo.

Vor drei Jahren hatten sie noch geschrieben, mit einer Investition eines Venture Capitalists gehe man als Start-up „quasi eine Verpflichtung für einen Exit ein“. Wie es derzeit mit einem Ausstieg bei Jimdo aussieht, dazu äußerten sich die Gründer in ihrem neuen Blogeintrag nicht.