Der Markt für Tierbedarf ist riesig, doch das Online-Segment vergleichsweise klein. Hier tummeln sich vor allem Start-ups. Konzerne wie ProSiebenSat.1 investieren verstärkt in die jungen Händler – aus guten Gründen.

„Tiere und kleine Kinder gehen immer“: Was in der Werbe- und Medienbranche schon lange gilt, scheint sich nun auch bei Investoren herumgesprochen zu haben – zumindest bei Rewe, ProSiebenSat.1 und der Steinkohlestiftung RAG. Innerhalb eines Jahres beteiligten sich die drei Konzerne je an einem Heimtier-Start-up: an Zooroyal, an ePetWorld beziehungsweise an Zooplus. Die jungen Unternehmen verlagern den stationären Tierhandel ins Internet und versuchen damit, ein großes Stück von dem Geschäft mit dem Tier zu ergattern.

Der unternehmerische Erfolg im digitalen Haustier-Commerce liegt näher als so mancher vermuten wurde: Die Deutschen lieben tierische Gesellschaft – vor allem, wenn sie schnurrt oder bellt: Schätzungsweise 31 Millionen Haustiere leben nach Angaben des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) in deutschen Haushalten, nur in Russland und Italien gibt es europaweit mehr. Knapp vier Milliarden Euro geben Herrchen und Frauchen jedes Jahr für Heimtierbedarf aus, drei Viertel davon allein für Futter. Mit Tiernahrung und Katzenstreu setzen Supermärkte, Discounter und Drogerieketten inzwischen mehr um als mit Babykost und Windeln.

Auf den ersten Blick scheint es daher nur folgerichtig, dass Rewe, ProSiebenSat.1 und die RAG-Stiftung in die tierischen Online-Händler investieren. Doch was für den stationären Handel gilt, gilt noch lange nicht für das Internetgeschäft: Gerade mal zehn Prozent des Gesamtumsatzes, also rund 400 Millionen Euro, werden nach Angaben des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) online verdient. Zudem zählen Haustierbesitzer rein statistisch nicht gerade zur online-affinsten Zielgruppe – jeder vierte Tierliebhaber ist über 60 Jahren alt.

Vorstoß in die Welt des Internets

Den ersten Schritt wagte der Einzelhändler Rewe im Frühjahr 2014 mit einer Mehrheitsbeteiligung an Zooroyal, einem Start-up, das 2012 aus einer Fusion mit Futterland entstand. Man sehe große Chancen „aufgrund der Synergien, die zwischen ZooRoyal und dem stationären Geschäft der verschiedenen Vertriebslinien der Rewe Group entstehen können“, hieß es damals in einer Pressemitteilung.