Motivationscoach, Gehaltscoach, Konfliktcoach, Teamcoach, Rhetorikcoach – die Palette an Coaching-Angeboten ist lang. Was es wirklich braucht.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute schreibt wieder Tijen Onaran. Sie ist Leiterin Kommunikation beim Händlerbund. Zudem ist sie Initiatorin von „Women in E-Commerce“, einem Netzwerk für Frauen aus der E-Commerce Branche. Vor ihrer Anstellung beim Händlerbund war Onaran in unterschiedlichen Positionen für Europa- und Bundestagsabgeordnete sowie im Bundespräsidialamt tätig und danach Leiterin Kommunikation an der Quadriga Hochschule Berlin.

„Ich muss weiter – treffe mich noch mit meiner besseren Hälfte!“, sagt meine Gesprächspartnerin. „Das passt ja – ich mich auch gleich mit meiner!“ erwidere ich. „Das ist ja toll, was hast Du für einen?“ „32, 1,83 m, schlau, lustig, mehr…?“ frage ich irritiert. „32 und dann schon Coach? Wow! Meiner ist 45 und hat in Konzernen gearbeitet, eine super Coachingmethode und seit wir uns treffen bin ich viel mehr ich!“Ein Coach ist der neue Partner an der Seite von Gründern, Führungskräften und solchen, die den Weg noch vor sich haben. Wer sich heute nicht coachen lässt, scheint kein Interesse an Weiterentwicklung und Selbstoptimierung zu haben. Coachings können helfen, aber wer Dir am meisten hilft, bist Du. Welche sieben Regeln für mich der beste Coach sind:

  • Musst Du Dich entscheiden, schreib Dir die unterschiedlichen Wege auf und verdeutliche Dir so, dass jede Entscheidung positiv ist. Weil Du sie triffst. Und Sie ist in diesem Moment immer die Richtige!
  • Kämpfe im Job lohnen sich nur, wenn Du zu 100 Prozent weißt, dass Du gewinnst. Gib Deinem Gegenüber auch mal Recht, selbst wenn Du weißt, Du bist im Recht. So kommst Du eher ans Ziel als mit ewigen Argumentationsschleifen.
  • Akzeptiere Deine Kollegen oder Geschäftspartner so wie sie sind. Klingt einfach, ist in der Realität sehr schwer. Du bist leidenschaftlich im Job und arbeitest zackig; Dein Kollege oder Geschäftspartner ist nüchtern und von der langsamen Sorte? Lerne es zu akzeptieren. Kombiniert kann es zu neuer Größe führen!
  • Bezieh nicht jede Entscheidung von anderen auf Dich beziehungsweise. Deine Leistung. Du hast den Pitch nicht gewonnen oder Dein Chef findet Deine Projektidee nicht wirklich prickelnd? Schlechter Tag, falscher Ort, falsche Zeit – viele Faktoren, die Du nicht kennst und auch nicht beeinflussen kannst. Kein Grund nicht mehr an Dich zu glauben!

  • Lass den Ego-Shooter zu Hause! Gehe mit anderen Projekte an und teile den Erfolg. Gemeinsam erreichst Du oft schneller Deine Ziele als alleine.
  • Selbstverwirklichung gehört in die Freizeit, nicht in den Job. Du hast ein Projekt oder eine Geschäftsidee, für die Du brennst? Setze um, aber bewahre Dir eine gesunde Distanz!
  • Lass nicht locker, aber lass los! Klingt nach einem Kalenderspruch, hilft im Täglichen aber ungemein. Dein Lieblingsinvestor sagt ab? Dann wird´s ein anderer, der besser passt!

Bevor es also auf die Suche nach einem passenden Coach geht, überlege Dir nochmal genau in welchen Bereichen Du Dich beraten lassen willst und welche Verhaltensweise Du ändern willst. Welche Situationen ärgern Dich und wo kommst Du nicht mehr weiter? Die Auseinandersetzung damit hilft schon, um herauszufinden was genau der Grund dafür ist, dass Du immer ähnlich reagierst.

Ein Coach wird einem nie den genauen Weg vorgeben wie zu handeln ist – den Weg erarbeitest Du Dir selbst. Auch Entscheidungen triffst alleine Du. Wer kennt das nicht? Du stehst vor einer schwierigen Entscheidung und teilst es mit Freunden oder Bekannten. Im Gespräch stellst Du dann fest, dass Du die Entscheidung schon längst getroffen, aber noch nicht ausgesprochen hattest. Deshalb: ob als Gründer, Entscheider oder einfach als Mensch: Dein bester Coach bist Du.