Das Büro wird zu klein? Die Umsätze im Heimatmarkt steigen nur noch langsam? Das kann das Signal zum Expandieren sein. Auf welche Anzeichen Start-ups achten sollten.

Von Laura Waßermann

Übermut tut selten gut, richtig? Es ist ein Sprichwort für Neunmalkluge und doch trifft es für Unternehmen zu, egal ob Konzern oder Start-up. Je größer etwas wird, desto größer werden die Herausforderungen. Das ist ein natürliches Phänomen, der Mensch wächst und seine Aufgaben wachsen exponentiell mit.

So steht auch ein Start-up nach den ersten Erfolgen vor der Frage: Was kommt jetzt? Die Möglichkeiten sind grenzenlos: neue Mitarbeiter einstellen, ins Ausland expandieren, ein größeres Büro. Doch wann sollte man eine Expansion angehen? Wirtschaftswoche Gründer hat die besten Zeitpunkte und Kriterien zum Expandieren gesammelt.

Stimmen die Finanzen?

Bevor überhaupt an Expansion gedacht werden kann, braucht das Start-up einen finanziellen sowie persönlichen Background. „Bloß weil ein Unternehmen einmal profitabel war, heißt das nicht, dass es das auch in Zukunft sein wird“, sagt Felix Thönnessen. Der Unternehmensberater kümmert sich unter anderem um die Start-ups aus der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“. Laut Thönnessen indiziert erst ein stabiler Profit über mehrere Jahre hinweg, dass das Produkt eines Unternehmens auch an anderen Standorten erfolgreich sein kann.

Zudem braucht das Start-up an Manneskraft, bevor es in die weite Unternehmerwelt aufbricht. Sowohl ein fester Kundenstamm als auch eine Riege geeigneter Mitarbeiter sind die Voraussetzung für eine funktionierende Expansion.

Einer, der mit diesem Stadium Erfahrung gesammelt hat, ist Niklas Östberg: „Gründer brauchen ein Rezept, sonst funktioniert es nicht. Egal wie gut das Produkt ist“, sagt der Geschäftsführer von Delivery Hero, der Mutter des marktführenden App-Lieferdienstes. Nachdem Lieferheld 2010 in Deutschland gegründet wurde, haben Östberg und Co. nach nur wenigen Monaten auch Delivery Hero hochgezogen, um zu expandieren – unter anderem nach Australien, Mexiko und Großbritannien.

„Geht es um eine internationale Expansion, ist das zweite Land immer schwieriger als das erste“, sagt Östberg. Man kenne niemanden, man habe keinen Background und kein Wissen über die Kultur. Deshalb bräuchte man Mitarbeiter vor Ort, die „wie ein lokales Start-up agieren“. Wenn man die und das nötige Know-How habe, dann sei das Timing zur Expansion gekommen.