Auch eine Firmenübernahme ist eine Existenzgründung. Was zu beachten ist, wenn man ein Unternehmen Secondhand kauft.

Der Trend zu Share-Economy und Secondhand-Kultur ist bei Gründern noch nicht angekommen: Die meisten angehenden Unternehmer wollen lieber eine neue Firma gründen, als ein Unternehmen zu übernehmen. Nur acht Prozent aller Existenzgründer und –gründerinnen wählen den Weg der Übernahme, heißt es im KfW Gründungsmonitor 2015.

Dabei hat die Unternehmensnachfolge durchaus Vorteile: Das Unternehmen ist bereits etabliert und die Wirtschaftlichkeit gut einschätzbar. Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden sind schon vorhanden und eingespielt. Der neue Eigner beziehungsweise die neue Eignerin kann direkt Umsätze erzielen. Und mit dem ehemaligen Unternehmer hat er beziehungsweise sie eventuell noch eine Art Mentor zur Seite.

Jährlich etwa 27.000 Unternehmerwechsel

Möglichkeiten zur Unternehmensübernahme gibt es genug: Die KfW hat im April aus ihrem Mittelstandspanel hochgerechnet, dass bis 2017 580.000 Unternehmer einen Nachfolger suchen – das ist jeder Sechste. Und das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) schätzt, dass derzeit jährlich 27.000 kleine und mittlere Unternehmen tatsächlich den Unternehmer wechseln.

Dabei möchte etwa die Hälfte der Alt-Unternehmer den Staffelstab an ein Familienmitglied weitergeben, die andere Hälfte an einen Mitarbeiter oder externen Dritten. Doch vielfach mangelt es an Nachfolgern.

Volkswirtschaftlicher Schaden durch zu wenig Übernahmen

Im Handel und Verkehr sowie im Hotel- und Gastgewerbe gibt es laut den Industrie- und Handelskammern doppelt so viele Senior-Unternehmer wie potenzielle Nachfolger. „In der Industrie kommen sogar fünf Alt-Inhaber auf einen möglichen Übernehmer“, sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Insgesamt – über alle Branchen – fänden 43 Prozent der Seniorinhaber keinen Nachfolger.