Das Energie-Start-up Tado kündigt den Martkstart in den USA und in Südeuropa an. Dort nehmen die Münchner statt wie bisher Heizungen Klimaanlagen ins Visier.

Das Energie-Start-up Tado will künftig auch in den USA und in Südeuropa verkaufen – allerdings keine smarten Systeme für Thermostate, sondern für Klimaanlagen. Das gab das Münchner Unternehmen am Donnerstag offiziell bekannt. Der Startschuss für die Expansion wurde bereits am Mittwoch auf einem Launch-Event in New York gegeben. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen für seine neue Idee 200.000 Euro bei der Crowdfundingplattform Kickstarter eingesammelt.

Mit dem Marktstart wolle Tado „einen Schritt weiter gehen“, sagte Gründer und Geschäftsführer Christian Deilmann einer Mitteilung zufolge. Während die Münchner in Deutschland damit werben, Heizkosten zu reduzieren, wollen sie in den USA und in Südeuropa einen anderen Weg einschlagen: Statt wie in Deutschland auf smarte Heizungsthermostate zu setzen, will Tado in den neuen Märkten vor allem über die Klimaanlagen punkten. Das Versprechen: kühle Räume, wenn der Kunde nach Hause kommt. Das soll nach Unternehmensangaben bis zu 40 Prozent Energie sparen.

Nutzen des neuen Systems fraglich

Mit dem neuen System sollen fernsteuerbare Klimaanlagen intelligent werden, heißt es in einer Mitteilung von Tado. Die Bedienung soll wie bei den Thermostaten über das Smartphone erfolgen: Die App des Start-ups soll automatisch erkennen, wenn der letzte Bewohner das Haus verlässt und die Kühlung dann herunterfahren. Wenn ein Bewohner hingegen zurückkehrt, schaltet die Klimaanlage noch vor Eintreffen des Kunden wieder ein.

Wie auch bei den smarten Thermostaten funktioniert das Sysem über eine App: Wenn der Kunde diese eingeschaltet hat, verbindet sie sich automatisch mit den Klimaanlagen im eigenen Haus. Das neue System soll künftig auch weltweit verfügbar sein. Über das Onlineportal könnten Kunden die Produkte von überall aus ordern, heißt es von dem 2011 gegründeten Unternehmen.

Da sich das System auf ferngesteuerte Klimaanlagen stützt, bleibt allerdings die Frage, ob das neue Produkt von Tado einen echten Mehrwert bietet. Zwar ist die Bedienung bisher oft nicht via Smartphone möglich, allerdings lassen sich diese Art von Klimaanlagen auch jetzt schon von außerhalb steuern.