Die britische „Wired“ hat zehn deutsche Unternehmen unter die „heißesten Start-ups“ Europas gekürt. Wir haben bei Delivery Hero, Outfittery und Co. nachgefragt, was sie eigentlich so heiß macht.

Die boomende Berliner Start-up-Szene erhält derzeit einen Ritterschlag nach dem nächsten: Im „Global Start-up Ecosystem Ranking“ schafft es die deutsche Hauptstadt unter die besten zehn Städte, bei Finanzierung und Exits liegt sie europaweit ebenfalls auf den vorderen Plätzen.

Nun adelt auch die britische „Wired“ den wichtigsten deutschen Start-up-Hub. In seiner September-Ausgabe wählte das Magazin die „100 heißesten Start-ups“ Europas – zehn davon stammen aus Berlin: Blacklane, Clue, Delivery Hero, EyeEm, Glispa, GoButler, Hellofresh, Number26, Onefootball, Outfittery. Doch auch, wenn die „Wired“ Berlin als Hub lobt, kritisiert sie die nach wie vor schwierigen Finanzierungsmöglichkeiten – trotz großer Finanzierungsrunden wie bei Delivery Hero, Hellofresh oder auch GoButler.

WirtschaftsWoche Gründer hat nachgefragt, wie die Start-ups selbst die Lage in der deutschen Hauptstadt einschätzen – und was sie eigentlich so heißt macht.

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Julia Bösch von Outfittery (Foto: Sebastian Donath)

Outfittery: „Berlin ist selbst als Stadt ein Start-up“

Das Berliner Start-up Outfittery bietet Männern die Möglichkeit, direkt vom Stylisten eine Auswahl an Kleidung zu erhalten. Die Gründerinnen Anna Alex und Julia Bösch haben mit ihrer Idee Anfang des Jahres den schwedischen Investor Northzone überzeugen können.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Outfittery eigentlich so heiß?
Unser Geschäftsmodell, Curated Shopping, wird den Handel von morgen nachhaltig verändern und ist der nächste Schritt in der Evolution des Handels – das an sich ist einfach ein sehr „heißes“ Thema. Zuerst kam das klassische Online-Shoppen nach Katalog-Prinzip. Das gesamte Sortiment an Mode wurde online verfügbar gemacht und die Auswahl vergrößert. Doch damit stand der Kunde vor der Qual der Wahl: Welche der 10.000 Hosen ist die richtige für mich? Viele Kunden sind mit der Auswahl überfordert. Es ist zudem sehr zeitintensiv, sich durch hunderte Artikel zu klicken, ohne zu wissen, welcher davon der richtige ist.

Genau hier setzt Outfittery an: Wir verbinden die Offline- und Online-Welt, nämlich die persönliche Beratung aus dem stationären Handel mit der Convenience des Online-Shoppens. Unsere Kunden finden das „hot“, sind echte Fans anstatt nur Kunden! Dazu kommt eine Kombination aus einem tollen Team, was mittlerweile über 200 Leute umfasst und ohne die wir heute nicht auf so einer „Top 100“ Liste stünden, unserem Kreis an Investoren, die uns super unterstützen, und natürlich unsere Begeisterung für Männer und Männermode per se. Alles in allem, ein heißes Paket!

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Berlin ist selbst als Stadt ein Start-up – ein riesengroßer Abenteuerspielplatz, auf dem sich sehr viel tut. Die Stadt bietet die richtige Mischung aus Netzwerk und Kontakten, Kreativität, Inspiration und natürlich auch Kosten. Gerade im Vergleich mit anderen Start-up-Metropolen, wie zum Beispiel London, ist Berlin sehr günstig, insbesondere bei den Mieten. Die Start-up-Szene hier zieht außerdem internationales Talent an, darunter auch viele Kreative. Das ist super für Start-ups wie uns, die von Berlin aus für verschiedene Länder gleichzeitig arbeiten und stets nach neuen tollen internationalen Kollegen suchen.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?
Nein, das sehe ich anders. Ich sehe mittlerweile sehr grosses Interesse, auch von amerikanischen Investoren in Berlin. Auch bei uns sind mit Highland (USA) und Northzone (Skandinavien) internationale Investoren an Board. Berlin hat inzwischen das größte Wachstum und ist NYC, Tel Aviv und London eng auf den Fersen!

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
Wir möchten alle Männer in Europa einkleiden, das ist das klare Ziel. Um das zu erreichen, arbeiten wir an verschiedenen tollen Projekten. Erst vergangene Woche haben wir zum Beispiel für unsere Kunden eine Styleberatung via WhatsApp gelauncht. Und so viel kann ich verraten: Es bleibt spannend!

Die Gründer von Blacklane, Frank Steuer und Jens Wohltorf.  (Foto: PR/Blacklane)

Die Gründer von Blacklane, Frank Steuer und Jens Wohltorf.
(Foto: PR/Blacklane)

Blacklane: „Die deutsche Start-up-Kultur war lange von Copycats geprägt“

Blacklane gilt als das deutsche Uber. Anders als das US-amerikanische Unternehmen arbeitet das Berliner Start-up allerdings mit lizensierten Fahrern zusammen und vermittelt sie über eine Onlineplattform. Blacklane ist bereits in 15 deutschen und weltweit insgesamt 180 Städten aktiv.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Blacklane eigentlich so heiß?
Als wir Ende 2011 anfingen, war der Bedarf an einem globalen, hochqualitativen aber auch erschwinglichen Fahrservice für Vielreisende offensichtlich. Und die Entwicklungen seitdem sprechen für sich. Inzwischen vertrauen weltweit zehntausende Fahrgäste und Fahrer in über 50 Ländern so sehr auf unsere Leistung, dass wir durchschnittlich um 20 Prozent jeden Monat wachsen.

Das wirklich heiße an Blacklane ist jedoch das Team dahinter, das diesen Raketenstart möglich gemacht hat. Das Talent und die Motivation im Team sind einzigartig. Unsere Unternehmenskultur ist gleichermaßen geprägt von Ehrgeiz aber auch Bescheidenheit, von Vielfalt aber auch Teamwork, von Offenheit aber auch Respekt.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Berlin hat die besten Voraussetzungen, Europas größter Technologie-Hub zu werden. Die Entwicklung dahin ist aus unserer Sicht bereits im Gange. Viele der Mitarbeiter bei Blacklane haben zuvor in London, Paris oder im kalifornischen Silicon Valley gearbeitet, sind aber dennoch nach Berlin gekommen, weil sie die Möglichkeiten dieser Stadt zu schätzen wissen. Die Berliner Vielfalt ist ideale Voraussetzung für ein global operierendes Unternehmen.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?
Das ist nur eine Momentaufnahme, man muss jedoch die Entwicklung sehen. In der Vergangenheit war Berlin sicher nicht das attraktivste Pflaster für internationale Investoren. Allerdings weniger aus strukturellen Gründen, als vielmehr aufgrund mangelnder Ideen. Lange Zeit war die deutsche Start-up-Kultur von Copycats geprägt und das Renditepotential entsprechend begrenzt. Heute sieht man aber immer mehr vielversprechende, global skalierbare Geschäftsmodelle entstehen, die internationale Investoren anziehen. Und nur so kann das Modell funktionieren. Berlin ist auf einem guten Weg, braucht jedoch noch mehr gute Ideen und mutige Gründer, dann ergibt sich der Rest von alleine.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
Blacklane hat gerade erst angefangen. Unser Ziel ist es, ein integraler Bestandteil der globalen Reisekette zu werden und so die Marktführerschaft für hochwertige, aber günstige Fahrdienste weiter auszubauen. Ziel muss es sein, die Mobilität so nahtlos in die Reisplanung einzubetten, dass sie in natürlicher Weise mit der Reisebuchung einhergeht. Wir wollen den Reisenden den Stress ersparen, der normalerweise derartigen Prozessen zugrunde liegt. Die Reisenden sollen sich auf das eigentlich wichtige Element ihrer Reise, nämlich das Meeting vor Ort oder das Urlaubshotel, konzentrieren und freuen können. Wir kümmern uns um den Rest.

 

Die Webseite von GoButler.  (Foto: Screenshot/GoButler)

Die Webseite von GoButler.
(Foto: Screenshot/GoButler)

GoButler: „Es ist klar, dass die Antwort Berlin ist!“

Der Service von GoButler soll das Leben so einfach wie möglich machen. Per SMS können Kunden ihre Wünsche – von der Flugbuchung bis zur Essensbestellung – senden. Das Start-up hat bisher weniger mit seinem Service als mit prominenten Investoren wie Joko Winterscheidt und Ashton Kutcher auf sich aufmerksam gemacht.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht GoButler eigentlich so heiß?
Navid Hadzaad: Wir lösen ein wirkliches Problem – wir machen den Zugang zu sämtlichen Produkten, Dienstleistungen und Informationen im Internet deutlich einfacher und stoßen auf ein riesiges Kundeninteresse. Der Markt für GoButler ist riesig: Wir sind eine Art Amazon für Services, mit einem revolutionären User Interface.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzt GoButler an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Ich sehe Berlin in Europa als die Nummer eins – in den letzten Jahren hat sich Berlin rasant entwickelt und ganz klar als eine Start-up-Metropole etabliert, natürlich auch geprägt von Rocket Internet. Berlin ist hip und hat eine enorme Anziehungskraft. Der Zugang zu Top-Talenten, die unbedingt nach Berlin und in die Start-up-Branche wollen (und dafür auch einen Pay-Cut hinnehmen) ist wohl der Faktor Nummer eins. Aber, um ehrlich zu sein: Wenn man heutzutage in Europa ein Start-up gründen will, stellt sich die Frage eigentlich gar nicht, wo man anfängt. Es ist klar, dass Berlin die Antwort ist!

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. GoButler hatte bislang keine Probleme mit der Finanzierung. Warum nicht?
Natürlich hilft uns der Fokus auf die USA, wo wir auch unser Headquarter in New York City haben. Wir sehen uns auch nicht als deutsches, sondern als internationales Start-up, mit einem Footprint in Nordamerika und Europa. Weltweit liegen San Francisco und New York natürlich vorne – das ist ein unfairer Vergleich. Die Gründungs- und Investmentkultur in den USA ist deutlich weiter fortgeschritten.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
Wir wollen weiter wachsen und Kunden einer super Erfahrung mit dem Service bieten. Ein Großteil des Investments geht natürlich in die Technologie – da haben wir noch einiges vor, um GoButler weiter als „Convenience Layer“ zu etablieren.

Clue team

Das Team der Clue-App (Foto: Pressebild)

Clue: „Unsere App ist nicht pink“

Das Start-up Clue beschreibt sich als „digitale Gesundheitsplattform für Frauen“. Über die App des Berliner Unternehmens können Frauen ihren Zyklus verfolgen, um beispielsweise ihre Familienplanung besser betreiben zu können.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Clue eigentlich so heiß?
Clue ist nicht nur Teil des bedeutenden Trends des Health-Trackings, sondern vor allem lösungsorientiert und fortschrittlich. Wir haben eine App entwickelt, die Nutzer mehr Kontrolle und so mehr Verständnis über ihren Zyklus und ihre Fruchtbarkeit gibt – und das wissenschaftlich fundiert und ohne die gängigen Klischees. Unsere App ist nicht pink. Wir nehmen unsere Nutzerinnen nämlich ernst, deshalb nehmen wir uns auch ihr Feedback zu Herzen. Im Grunde ist das auch einer der wichtigsten Aspekte, der uns wirklich heiß macht: dass wir unseren Nutzer das bestmögliche Erlebnis mit der Anwendung bieten möchten.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Berlin ist lebendig, international und am Puls der Zeit. Außerdem können wir hier Synergien nutzen und Netzwerke schaffen. Berlin war nicht nur naheliegend, weil wir hier leben, sondern vor allem, weil es ein spannender Ort ist, mit einer unvergleichbaren Offenheit für neue Ideen.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?
Finanzierung bleibt in Deutschland insgesamt ein schwieriges Thema. Aber wir sind hoffnungsvoll. Neue Märkte, neue Produkte und neue Geschäftsmodelle brauchen hierzulande immer etwas länger, um sich zu etablieren. Aber Berlin ist als Wirtschafts- und Start-up-Standort viel zu wichtig und wird immer wichtiger. Diesen Trend dürfen Investoren nicht verschlafen und das werden sie auch nicht.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
Wir sind stets bemüht, Clue besser zu machen: in der Anwendung und auch als Idee. Deshalb arbeiten wir entlang von Nutzer-Feedback daran, die Benutzerfreundlichkeit zu optimieren. Unsere Mission geht aber viel weiter: Wir möchten das Thema Menstruation enttabuisieren, Nutzerinnen ein Verständnis für ihre biologischen Prozesse vermitteln und sie so stärken. Das ist wichtig und geht über die bloße Technologie hinaus. Diese Idee macht Clue nachhaltig und deswegen ist unsere Anwendung ein Produkt, das Zukunft hat.

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Dominik Richter und Thomas Griesel (in den schwarzen T-Shirts) kochen (Foto: Pressebild)

Hellofresh: „Natürlich spielten die niedrigen Mieten eine Rolle“

Das Start-up ist ein von Rocket Internet unterstützter Lieferdienst, der Kochboxen nach Hause bringt, in denen sich ein Rezept und die Zutaten dazu befinden. Hellofresh gilt als heißer Börsenkandidat und als Anwärter auf den „Club der Einhörner“.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Hellofresh eigentlich so heiß?
Hellofresh kreiert ein völlig neues Segment innerhalb der Lebensmittelindustrie, das es Kunden ermöglicht, selbstgekochte Mahlzeiten zu genießen – ohne vorherige Planung, Einkaufen und ohne die Verschwendung von Lebensmitteln. Hellofresh bedient den aktuellen Trend in Richtung bequemes Kochen und gesunde Ernährung. Wir sind derzeit in sieben Ländern aktiv, haben weltweit 280.000 Abonnenten und liefern jeden Monat mehr als vier Millionen Hellofresh Mahlzeiten mit frischen und lokalen Zutaten.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Als wir Hellofresh im November 2011 gründeten, war ziemlich schnell klar, dass die Wahl auf Berlin fallen würde. Die Rahmenbedingungen sprachen für sich: Die Gründerszene hatte sich hier bereits erfolgreich etabliert, es gab schon damals eine sehr hohe Dichte an kreativen, hochqualifizierte Menschen aus der ganzen Welt, die neue Herausforderungen suchten, außerdem saßen viele unserer Geschäftspartner hier und die Stadt überzeugte mit einer gut funktionierenden Infrastruktur, kurzen Wegen und bester Anbindung an alle anderen Großstädte in Deutschland beziehungsweise Europa. Natürlich spielten für uns auch die – damals noch – relativ niedrigeren Mieten eine wichtige Rolle.

Heute gehört Berlin zu den wichtigsten und beliebtesten Start-up-Metropolen der Welt. Es herrscht eine kreative und tüchtige Atmosphäre, die einen begeistert und nicht mehr loslässt.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?
Das würden wir so nicht unterschreiben. Erst im Februar dieses Jahres haben unsere bestehenden Gesellschafter Rocket Internet und Insight Venture Partners weitere 110 Millionen Euro in Hellofresh investiert, um die nächsten Entwicklungsschritte zu unterstützen. Außerdem werden auch immer mehr internationale Investoren auf deutsche Start-ups aufmerksam.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
 Wir sind der führende Anbieter im „Meal at Home“-Markt und bedienen mit unserem Angebot die zwei globalen Trends nach mehr Bequemlichkeit und Gesundheit. Mit einer Online-Penetration von nur einem Prozent des globalen Lebensmittelmarktes, der insgesamt eine Größe von sechs Billionen US-Dollar hat, agieren wir in einem Umfeld mit enormen Potential.

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Lucas von Cranach von Onefootball (Foto: PR)

Onefootball: „Man hat das Gefühl, dass alle in Berlin an etwas Großartigem arbeiten“

Mit der App Onefootball können sich Fußballfans über aktuelle Zwischenstände eines Spiels, Verletzungen von Stars oder die Aufstellungen informieren. Zur Weltmeisterschaft in Brasilien zählte die App von Gründer Lucas von Cranach zu den erfolgreichsten weltweit.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Onefootball eigentlich so heiß?
Wir waren 2008 eine der ersten Sport-Apps überhaupt. Darauf haben wir uns aber nicht ausgeruht, sondern unsere App seitdem ständig weiterentwickelt. Heute bietet Onefootball die beste mobile Fußballplattform der Welt an und begeistert damit mehr als 21 Millionen Fußballfans in 200 Ländern. Als Vorreiter in unserer Branche erhalten wir meist früh Zugang zu neuen Technologien und Geräten. So waren wir allein dieses Jahr bereits Launchpartner von Apple Watch, der Facebook Messenger Plattform sowie von Microsoft’s Windows 10. Und Google wählte uns letztes Jahr unter die 50 besten Apps der Welt.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Es war für uns 2010 eine selbstverständliche Entscheidung, Onefootball – damals iLiga – von Bochum nach Berlin umzuziehen, weil Berlin ganz klar das Start-up-Zentrum Deutschlands ist und auch damals schon war. Berlin sprudelt vor Leidenschaft und Kreativität und besticht durch eine fast radikale Offenheit unter Gründern. Berlin zieht die schlausten Köpfe aus aller Welt an und schafft eine Umgebung, in der neue Ideen gedeihen. Man hat das Gefühl, dass alle in Berlin an etwas Großartigem arbeiten; wir sind stolz, Teil dieser Community zu sein.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?
Nein, diesen Satz können wir so – auch aus eigener Erfahrung mit deutschen, europäischen und US-Investoren – nicht unterschreiben. Die Medien schreien laut, dass es fast unmöglich ist, in Deutschland an Kapital ranzukommen. Aber Finanzierung ist nicht standortabhängig, sondern qualitätsabhängig. In den letzten Jahren hat die Qualität deutscher Start-ups extrem zugenommen; Berlin vor allem bietet einen hervorragende Nährboden für die Entwicklung hochwertiger Start-ups. Die Statistiken belegen diesen Prozess.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
Wir werden die App noch weiter personalisieren. Unsere größte Stärke ist bereits heute, die gigantische Daten- und Contentmenge im Weltfußball zu erfassen und nach Relevanz für den einzelnen Fußballfan zu organisieren – ganz egal wo er sitzt, welches Gerät er benutzt, welche Sprache er spricht und welchem Verein er folgt. Kaum eine andere App ist so umfangreich und gleichzeitig so maßgeschneidert. Aber da geht noch mehr. In Zukunft sollen Fans noch schneller an noch relevantere Infos kommen. Die Sache ist ja: Die Menge an verfügbarem Content für Fans wird immer weiter wachsen, das ist nicht das Problem. Aber Fans wollen nicht unbedingt mehr Content, sie wollen den für sie richtigen Content. Onefootball ist auf einem guten Weg, ihnen im richtigen Moment die für sie wichtige Info zu liefern.

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Delivery Hero: „Wir haben geliefert“

Der Lieferdienst Delivery Hero bringt Essen von Restaurants und Schnellimbissen zum Kunden nach Hause. Mit einer Bewertung von drei Milliarden US-Dollar und mehreren riesigen Finanzierungsrunden taucht das Start-up häufig in europäischen Rankings auf.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Delivery Hero eigentlich so heiß?
Unsere Branche befindet sich in einem spannenden Wandel. Weg vom reinen Lieferservice für Fast Food, hin zu einer Dienstleistung, die quasi die gesamte Palette des gastronomischen Angebotes per Klick nach Hause bringt. Die App, die wir uns für die Zukunft wünschen, soll der Food Court für die Hosentasche sein.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Berlin ist definitiv eine der interessantesten Städte für Start-ups weltweit. Ein Grund für die ungebrochene Anziehungskraft ist dieser einzigartige „Berlin-Mix“ aus Kunst, Musik, Nachtleben und noch immer vergleichsweise günstigen Lebenshaltungskosten, der Menschen aus aller Welt anzieht und einen einzigartigen Spirit kreiert.

Allein bei Delivery Hero arbeiten Menschen aus 53 Nationen, die 20 Sprachen sprechen. Unterschiedliche Kulturen bedeuten auch unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen. Genau diese Vielfalt hilft uns auf unserer Mission „the easiest way to your favorite food“.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Delivery Hero hatte bislang keine Probleme mit der Finanzierung. Warum nicht?
Wenn man es rein auf die Zahlen reduziert, könnte man einfach sagen: „Wir haben geliefert.“ Wir haben die ehrgeizigen Prognosen, die wir unseren Investoren vorgestellt haben, stets eingehalten oder übertroffen. Wichtiger aber noch ist, dass unsere Investoren an unsere langfristige Vision glauben. Wenn Uber für die Zukunft des Fahrens steht, dann steht Delivery Hero für die Zukunft des Essens. Die Menschen verbringen rund drei Jahre ihres Lebens mit Kochen und Aufräumen nach dem Essen. Viele Menschen empfinden das nicht gerade als „Qualitätszeit“. Hier sehen wir auf lange Frist enormes Potential, um effizienter mit Ressourcen umzugehen und Zeit genussvoller zu verbringen.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
Wir investieren sehr stark in innovative Technologien und Logistik mit dem Ziel, ein rundum positives Erlebnis für die Kunden zu schaffen. Wer wäre nicht versucht, gutes, vielfältiges Essen zu bestellen, wenn es schnell und warm ankommt, dazu noch in einer ästhetisch gestalteten Verpackung? Das ist eine verlockende Vorstellung für sehr viele Menschen.

 

Gary Lin, der Gründer von Glispa.  (Foto: PR/Glispa)

Gary Lin, der Gründer von Glispa.
(Foto: PR/Glispa)

Glispa: „Die Branche braucht Zeit“

Der Glispa-Gründer Gary Lin hat sich sehr bewusst für Berlin als Standort entschieden. Mit seinem Start-up bietet er mobiles Marketing an und zählt damit zu den bekanntesten deutschen Adtech-Firmen.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Glispa eigentlich so heiß?
Wir hatten schon immer ein sehr nachhaltiges und profitables Geschäft, deshalb wurden wir am Ende des letzten Jahres auch mit dem Deloitte Fast 50 Award ausgezeichnet und konnten bei der Planung eines strategischen Investments wählerisch sein. Wir halten uns an diese Business-Prinzipien und werden auch in Zukunft sowohl durch organisches Wachstum als auch durch mögliche Akquisitionen weiter rasant wachsen. Dieses nachhaltige Business-Wachstum macht uns heiß!

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Für uns war Berlin einfach der perfekte Startpunkt für unser Business. Mit der dynamischsten Wirtschaft Europas und sehr zentral gelegen, bietet die Stadt optimale Bedingungen für rasantes globales Wachstum und Erfolg. Anders als das Silicon Valley ist Berlin dabei extrem vielfältig und hat sich zu einem kulturellen Schmelztiegel für sehr gut ausgebildete Talente aus der ganzen Welt entwickelt. Da unser Team unser größtes Kapital ist, bietet uns das die ideale Voraussetzung, um immer die besten Ergänzungen zu finden und so immer weiter zu wachsen.

Zudem herrscht in Berlin eine einzigartige Bereitschaft junger Unternehmen sich untereinander auszutauschen, voneinander zu lernen und zu profitieren. Das Innovationslevel ist dabei branchenübergreifend sehr hoch, so dass eine außergewöhnlich kreative und inspirierende Atmosphäre entsteht. Zu guter Letzt hat inzwischen auch die Politik das Potenzial erkannt und ist daran interessiert junge Unternehmen aus dem Tech-Sektor zu unterstützen, um die Branche nach vorne zu treiben.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?
Das deutsche Start-up-Ökosystem wächst kontinuierlich weiter und wird in Zukunft noch mehr und vor allem noch innovativere Unternehmen auf globaler Ebene hervorbringen. Die Branche braucht Zeit, zahlreiche Exits und Serial Entrepreneurs, die wiederum die nächste Generation von Start-ups finanzieren können. Deutschland hat international ausgerichtete Unternehmen wie Rocket Internet (und unser Business) hervorgebracht, die sich nicht auf ihren heimischen Markt beschränken und somit auch viele internationale Investoren anziehen. Hier fängt das wirkliche Wachstum an.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
An der Seite unserer erstklassigen Kunden, Marken und Mobile Developern sowie Marketern werden wir auch weiterhin Innovationen vorantreiben. Unser Fokus liegt dabei darauf, weiterhin aggressiv die innovativsten Adtech-Lösungen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Außerdem sind wir natürlich auch weiterhin unserem Team – der Glispa-Familie – in Berlin sowie den internationalen Büros verpflichtet. Wir stecken gerade mitten in den Umbauarbeiten für unser neues Global-Headquarter im ehemaligen Umspannwerk Ampere im Prenzlauer Berg. Hier wollen wir in den nächsten Jahren nicht nur weitere Arbeitsplätze schaffen, sondern bauen auch einen Innovations-Campus für Digital Pioniere auf, der zum neuen Tech-Hub der Stadt werden soll.

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Valentin Stalf und Maximilian Tayental von Number26

Number26: „Das Kapital fließt immer dorthin, wo es die besten Unternehmen gibt“

Das Start-up Number26 will die Finanzbranche aufmischen. Es bietet ein kostenloses Mobile-Konto, mit der App können Kunden auch ihre Ausgaben verfolgen. Einen prominenten Investor hat das Start-up bereits gewinnen können: Peter Thiel führte eine Finanzierungsrunde von 10,6 Millionen US-Dollar an.

Die britische Ausgabe des Magazins hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Number26 eigentlich so heiß?
Die Bankindustrie hat sich seit Jahrzehnten nicht mehr wirklich verändert und weiter in ihren alten Strukturen gearbeitet. Dies gipfelte zuletzt in der Finanzkrise. Im Resultat ist das Vertrauen in die Banken erschüttert und die Kunden durch technologisch veraltete Produkte frustriert. Genau dort setzen wir an und haben mit Number26 die Bedürfnisse des jungen Kunden  in den Mittelpunkt gestellt und Banking so gestaltet wie es heute sein sollte; am Smartphone, kostenlos und einfach.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Berlin hat einen schier unerschöpflichen Pool junger Talente mit unterschiedlichsten Erfahrungen und Fähigkeiten, von denen jedes Startup zehren kann. Hierher kommen die kreativen Köpfe, die man braucht um Prozesse komplett neu zu denken und Innovation zu schaffen. Ein weiteres Argument ist, dass Berlin vergleichsweise erschwinglich ist und eine ausgezeichnete Lebensqualität bietet, damit schafft man es Talent aus der ganzen Welt anzuziehen.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?
Das Kapital fließt in letzter Konsequenz immer dorthin, wo es die besten Unternehmen, Produkte und die kreativsten Köpfe gibt. Investoren unterscheiden hier nicht zwischen Ländern, wenn überhaupt zwischen Kontinenten. Unsere Investoren zum Beispiel Investieren durchweg international und kennen eigentlich keine Ländergrenzen. Das Kapital ist heute total mobil und global.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
Wir stellen weiterhin unseren Nutzer und seine Banking Erfahrung in den Mittelpunkt. Durch modernste Technologie, kennen wir unsere Kunden besser als herkömmliche Banken und können so unser Produkt viel besser an seine Bedürfnisse anpassen. Selbst welche Funktionen wir als nächstes Entwickeln entscheiden wir mit unseren Kunden zusammen. Da das Girokonto im Mittelpunkt des Finanzhaushaltes jedes einzelnen steht arbeiten wir derzeit schon an vielen Funktionen die das Leben unserer Nutzer noch weiter erleichtern werden.

Florian Meissner, der Gründer von EyeEm. (Foto: PR/EyeEm)

Florian Meissner, der Gründer von EyeEm.
(Foto: PR/EyeEm)

EyeEm: „Die Jagd nach Investoren ist eine interessante, aber oft demütigende Erfahrung“

Das Start-up EyeEm gilt als deutscher Instagram-Konkurrent. Es bietet ein Fotocommunity, auf der Nutzer ihre Bilder teilen und damit, wenn sie wollen, auch Geld verdienen können. Auch EyeEm hat Peter Thiel als Investoren im Portfolio.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht EyeEm eigentlich so heiß?
EyeEm ist eine globale Fotografie-Community und ein Marktplatz. Die EyeEm-App erlaubt unserer Community von mehr als 13 Millionen Fotografen weltweit, ihre Bilder hochzuladen und – optional – online zu verkaufen. Wir sind in mehr als 150 Ländern aktiv und damit eine wirklich globale Plattform, die einen alternativen Blick auf die Welt Bild für Bild zeigt.

Mit unserer selbst entwickelten Technologie versuchen wir außerdem, die Fotografien der Welt in unserem durchsuchbaren Marktplatz zu indizieren, sodass Redakteure, Marketingleute, Marken und jeder andere auf der Suche nach einem schönen Foto das perfekte Bild finden kann, zu jeder Zeit.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Meine Mitgründer und ich wussten immer, dass Berlin der perfekte Platz für den Start von EyeEm sein würde, weil die Stadt einfach den richtigen Mix von Kreativität und technischer Expertise bietet, um ein blühendes Start-up-Ökosystem aufzubauen. Durch seine zentrale Position in Europa zieht die Stadt Talente vom ganzen Kontinent sowie andere Ländern an. Kombiniert mit einem großartigen Lebensstandard – immer noch vergleichsweise geringe Kosten im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten – macht das Berlin zu einer guten Wahl, wenn es darum geht, ein eigenes Geschäft zu starten.

In den vergangenen Jahren haben wir auch ein Büro in San Francisco eröffnet und durch unsere Arbeit verbringen wir auch viel Zeit in den USA und in Großbritannien. Aber Berlin ist einfach unser zu Hause und wir hätten EyeEms globale Community nirgendwo anders starten können.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. EyeEm hat mit Peter Thiel inzwischen einen bekannten Investor gewonnen. Was haben Sie anders beziehungsweise besser gemacht als andere Start-ups auf der Suche nach Kapitalgebern?
Die Jagd nach Investoren ist immer eine interessante – und oft eine demütigende – Erfahrung und auch, wenn es vielleicht stimmt, dass Berlin nicht immer die finanziellen Verbindungen wie London oder San Francisco bieten konnte, haben wir nun fantastische lokale Geldgeber wie Earlybird, die hier großartige Arbeit leisten. Wir können von Glück sagen, dass wir sie als Unterstützer gewonnen haben, und dass sie uns neben unseren anderen Kapitalgebern die Möglichkeit gegeben haben, unsere Vision zu verwirklichen. Unser Fokus auf unsere Community hat uns dabei geholfen, herauszustechen, und jeden Erfolg, den wir erfahren haben, können wir auf sie zurückführen.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
2015 markiert bisher das wichtigste Jahr in unserer Unternehmensgeschichte: Wir sind in die Märkte USA, Großbritannien, die Schweiz, die Niederlande und natürlich Deutschland gegangen. Wir können es kaum erwarten, in den kommenden Monaten noch in weitere Schlüsselregionen zu expandieren und unsere 50 Millionen Bilder damit weiter auszubauen. Wir haben auch gerade unser zweites „Festival and Awards“ angekündigt, das im September in New York City stattfinden und ein paar fantastische Redner beherbergen wird. Dort wollen wir die besten aufstrebenden Talente aus unserer Community feiern.