Gary Lin, der Gründer von Glispa.  (Foto: PR/Glispa)

Gary Lin, der Gründer von Glispa.
(Foto: PR/Glispa)

Glispa: „Die Branche braucht Zeit“

Der Glispa-Gründer Gary Lin hat sich sehr bewusst für Berlin als Standort entschieden. Mit seinem Start-up bietet er mobiles Marketing an und zählt damit zu den bekanntesten deutschen Adtech-Firmen.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Glispa eigentlich so heiß?
Wir hatten schon immer ein sehr nachhaltiges und profitables Geschäft, deshalb wurden wir am Ende des letzten Jahres auch mit dem Deloitte Fast 50 Award ausgezeichnet und konnten bei der Planung eines strategischen Investments wählerisch sein. Wir halten uns an diese Business-Prinzipien und werden auch in Zukunft sowohl durch organisches Wachstum als auch durch mögliche Akquisitionen weiter rasant wachsen. Dieses nachhaltige Business-Wachstum macht uns heiß!

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Für uns war Berlin einfach der perfekte Startpunkt für unser Business. Mit der dynamischsten Wirtschaft Europas und sehr zentral gelegen, bietet die Stadt optimale Bedingungen für rasantes globales Wachstum und Erfolg. Anders als das Silicon Valley ist Berlin dabei extrem vielfältig und hat sich zu einem kulturellen Schmelztiegel für sehr gut ausgebildete Talente aus der ganzen Welt entwickelt. Da unser Team unser größtes Kapital ist, bietet uns das die ideale Voraussetzung, um immer die besten Ergänzungen zu finden und so immer weiter zu wachsen.

Zudem herrscht in Berlin eine einzigartige Bereitschaft junger Unternehmen sich untereinander auszutauschen, voneinander zu lernen und zu profitieren. Das Innovationslevel ist dabei branchenübergreifend sehr hoch, so dass eine außergewöhnlich kreative und inspirierende Atmosphäre entsteht. Zu guter Letzt hat inzwischen auch die Politik das Potenzial erkannt und ist daran interessiert junge Unternehmen aus dem Tech-Sektor zu unterstützen, um die Branche nach vorne zu treiben.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?
Das deutsche Start-up-Ökosystem wächst kontinuierlich weiter und wird in Zukunft noch mehr und vor allem noch innovativere Unternehmen auf globaler Ebene hervorbringen. Die Branche braucht Zeit, zahlreiche Exits und Serial Entrepreneurs, die wiederum die nächste Generation von Start-ups finanzieren können. Deutschland hat international ausgerichtete Unternehmen wie Rocket Internet (und unser Business) hervorgebracht, die sich nicht auf ihren heimischen Markt beschränken und somit auch viele internationale Investoren anziehen. Hier fängt das wirkliche Wachstum an.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
An der Seite unserer erstklassigen Kunden, Marken und Mobile Developern sowie Marketern werden wir auch weiterhin Innovationen vorantreiben. Unser Fokus liegt dabei darauf, weiterhin aggressiv die innovativsten Adtech-Lösungen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Außerdem sind wir natürlich auch weiterhin unserem Team – der Glispa-Familie – in Berlin sowie den internationalen Büros verpflichtet. Wir stecken gerade mitten in den Umbauarbeiten für unser neues Global-Headquarter im ehemaligen Umspannwerk Ampere im Prenzlauer Berg. Hier wollen wir in den nächsten Jahren nicht nur weitere Arbeitsplätze schaffen, sondern bauen auch einen Innovations-Campus für Digital Pioniere auf, der zum neuen Tech-Hub der Stadt werden soll.