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Delivery Hero: „Wir haben geliefert“

Der Lieferdienst Delivery Hero bringt Essen von Restaurants und Schnellimbissen zum Kunden nach Hause. Mit einer Bewertung von drei Milliarden US-Dollar und mehreren riesigen Finanzierungsrunden taucht das Start-up häufig in europäischen Rankings auf.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Delivery Hero eigentlich so heiß?
Unsere Branche befindet sich in einem spannenden Wandel. Weg vom reinen Lieferservice für Fast Food, hin zu einer Dienstleistung, die quasi die gesamte Palette des gastronomischen Angebotes per Klick nach Hause bringt. Die App, die wir uns für die Zukunft wünschen, soll der Food Court für die Hosentasche sein.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Berlin ist definitiv eine der interessantesten Städte für Start-ups weltweit. Ein Grund für die ungebrochene Anziehungskraft ist dieser einzigartige „Berlin-Mix“ aus Kunst, Musik, Nachtleben und noch immer vergleichsweise günstigen Lebenshaltungskosten, der Menschen aus aller Welt anzieht und einen einzigartigen Spirit kreiert.

Allein bei Delivery Hero arbeiten Menschen aus 53 Nationen, die 20 Sprachen sprechen. Unterschiedliche Kulturen bedeuten auch unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen. Genau diese Vielfalt hilft uns auf unserer Mission „the easiest way to your favorite food“.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Delivery Hero hatte bislang keine Probleme mit der Finanzierung. Warum nicht?
Wenn man es rein auf die Zahlen reduziert, könnte man einfach sagen: „Wir haben geliefert.“ Wir haben die ehrgeizigen Prognosen, die wir unseren Investoren vorgestellt haben, stets eingehalten oder übertroffen. Wichtiger aber noch ist, dass unsere Investoren an unsere langfristige Vision glauben. Wenn Uber für die Zukunft des Fahrens steht, dann steht Delivery Hero für die Zukunft des Essens. Die Menschen verbringen rund drei Jahre ihres Lebens mit Kochen und Aufräumen nach dem Essen. Viele Menschen empfinden das nicht gerade als „Qualitätszeit“. Hier sehen wir auf lange Frist enormes Potential, um effizienter mit Ressourcen umzugehen und Zeit genussvoller zu verbringen.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
Wir investieren sehr stark in innovative Technologien und Logistik mit dem Ziel, ein rundum positives Erlebnis für die Kunden zu schaffen. Wer wäre nicht versucht, gutes, vielfältiges Essen zu bestellen, wenn es schnell und warm ankommt, dazu noch in einer ästhetisch gestalteten Verpackung? Das ist eine verlockende Vorstellung für sehr viele Menschen.