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Lucas von Cranach von Onefootball (Foto: PR)

Onefootball: „Man hat das Gefühl, dass alle in Berlin an etwas Großartigem arbeiten“

Mit der App Onefootball können sich Fußballfans über aktuelle Zwischenstände eines Spiels, Verletzungen von Stars oder die Aufstellungen informieren. Zur Weltmeisterschaft in Brasilien zählte die App von Gründer Lucas von Cranach zu den erfolgreichsten weltweit.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Onefootball eigentlich so heiß?
Wir waren 2008 eine der ersten Sport-Apps überhaupt. Darauf haben wir uns aber nicht ausgeruht, sondern unsere App seitdem ständig weiterentwickelt. Heute bietet Onefootball die beste mobile Fußballplattform der Welt an und begeistert damit mehr als 21 Millionen Fußballfans in 200 Ländern. Als Vorreiter in unserer Branche erhalten wir meist früh Zugang zu neuen Technologien und Geräten. So waren wir allein dieses Jahr bereits Launchpartner von Apple Watch, der Facebook Messenger Plattform sowie von Microsoft’s Windows 10. Und Google wählte uns letztes Jahr unter die 50 besten Apps der Welt.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Es war für uns 2010 eine selbstverständliche Entscheidung, Onefootball – damals iLiga – von Bochum nach Berlin umzuziehen, weil Berlin ganz klar das Start-up-Zentrum Deutschlands ist und auch damals schon war. Berlin sprudelt vor Leidenschaft und Kreativität und besticht durch eine fast radikale Offenheit unter Gründern. Berlin zieht die schlausten Köpfe aus aller Welt an und schafft eine Umgebung, in der neue Ideen gedeihen. Man hat das Gefühl, dass alle in Berlin an etwas Großartigem arbeiten; wir sind stolz, Teil dieser Community zu sein.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?
Nein, diesen Satz können wir so – auch aus eigener Erfahrung mit deutschen, europäischen und US-Investoren – nicht unterschreiben. Die Medien schreien laut, dass es fast unmöglich ist, in Deutschland an Kapital ranzukommen. Aber Finanzierung ist nicht standortabhängig, sondern qualitätsabhängig. In den letzten Jahren hat die Qualität deutscher Start-ups extrem zugenommen; Berlin vor allem bietet einen hervorragende Nährboden für die Entwicklung hochwertiger Start-ups. Die Statistiken belegen diesen Prozess.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
Wir werden die App noch weiter personalisieren. Unsere größte Stärke ist bereits heute, die gigantische Daten- und Contentmenge im Weltfußball zu erfassen und nach Relevanz für den einzelnen Fußballfan zu organisieren – ganz egal wo er sitzt, welches Gerät er benutzt, welche Sprache er spricht und welchem Verein er folgt. Kaum eine andere App ist so umfangreich und gleichzeitig so maßgeschneidert. Aber da geht noch mehr. In Zukunft sollen Fans noch schneller an noch relevantere Infos kommen. Die Sache ist ja: Die Menge an verfügbarem Content für Fans wird immer weiter wachsen, das ist nicht das Problem. Aber Fans wollen nicht unbedingt mehr Content, sie wollen den für sie richtigen Content. Onefootball ist auf einem guten Weg, ihnen im richtigen Moment die für sie wichtige Info zu liefern.