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Dominik Richter und Thomas Griesel (in den schwarzen T-Shirts) kochen (Foto: Pressebild)

Hellofresh: „Natürlich spielten die niedrigen Mieten eine Rolle“

Das Start-up ist ein von Rocket Internet unterstützter Lieferdienst, der Kochboxen nach Hause bringt, in denen sich ein Rezept und die Zutaten dazu befinden. Hellofresh gilt als heißer Börsenkandidat und als Anwärter auf den „Club der Einhörner“.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Hellofresh eigentlich so heiß?
Hellofresh kreiert ein völlig neues Segment innerhalb der Lebensmittelindustrie, das es Kunden ermöglicht, selbstgekochte Mahlzeiten zu genießen – ohne vorherige Planung, Einkaufen und ohne die Verschwendung von Lebensmitteln. Hellofresh bedient den aktuellen Trend in Richtung bequemes Kochen und gesunde Ernährung. Wir sind derzeit in sieben Ländern aktiv, haben weltweit 280.000 Abonnenten und liefern jeden Monat mehr als vier Millionen Hellofresh Mahlzeiten mit frischen und lokalen Zutaten.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Als wir Hellofresh im November 2011 gründeten, war ziemlich schnell klar, dass die Wahl auf Berlin fallen würde. Die Rahmenbedingungen sprachen für sich: Die Gründerszene hatte sich hier bereits erfolgreich etabliert, es gab schon damals eine sehr hohe Dichte an kreativen, hochqualifizierte Menschen aus der ganzen Welt, die neue Herausforderungen suchten, außerdem saßen viele unserer Geschäftspartner hier und die Stadt überzeugte mit einer gut funktionierenden Infrastruktur, kurzen Wegen und bester Anbindung an alle anderen Großstädte in Deutschland beziehungsweise Europa. Natürlich spielten für uns auch die – damals noch – relativ niedrigeren Mieten eine wichtige Rolle.

Heute gehört Berlin zu den wichtigsten und beliebtesten Start-up-Metropolen der Welt. Es herrscht eine kreative und tüchtige Atmosphäre, die einen begeistert und nicht mehr loslässt.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?
Das würden wir so nicht unterschreiben. Erst im Februar dieses Jahres haben unsere bestehenden Gesellschafter Rocket Internet und Insight Venture Partners weitere 110 Millionen Euro in Hellofresh investiert, um die nächsten Entwicklungsschritte zu unterstützen. Außerdem werden auch immer mehr internationale Investoren auf deutsche Start-ups aufmerksam.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
 Wir sind der führende Anbieter im „Meal at Home“-Markt und bedienen mit unserem Angebot die zwei globalen Trends nach mehr Bequemlichkeit und Gesundheit. Mit einer Online-Penetration von nur einem Prozent des globalen Lebensmittelmarktes, der insgesamt eine Größe von sechs Billionen US-Dollar hat, agieren wir in einem Umfeld mit enormen Potential.