Die Gründer von Blacklane, Frank Steuer und Jens Wohltorf.  (Foto: PR/Blacklane)

Die Gründer von Blacklane, Frank Steuer und Jens Wohltorf.
(Foto: PR/Blacklane)

Blacklane: „Die deutsche Start-up-Kultur war lange von Copycats geprägt“

Blacklane gilt als das deutsche Uber. Anders als das US-amerikanische Unternehmen arbeitet das Berliner Start-up allerdings mit lizensierten Fahrern zusammen und vermittelt sie über eine Onlineplattform. Blacklane ist bereits in 15 deutschen und weltweit insgesamt 180 Städten aktiv.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht Blacklane eigentlich so heiß?
Als wir Ende 2011 anfingen, war der Bedarf an einem globalen, hochqualitativen aber auch erschwinglichen Fahrservice für Vielreisende offensichtlich. Und die Entwicklungen seitdem sprechen für sich. Inzwischen vertrauen weltweit zehntausende Fahrgäste und Fahrer in über 50 Ländern so sehr auf unsere Leistung, dass wir durchschnittlich um 20 Prozent jeden Monat wachsen.

Das wirklich heiße an Blacklane ist jedoch das Team dahinter, das diesen Raketenstart möglich gemacht hat. Das Talent und die Motivation im Team sind einzigartig. Unsere Unternehmenskultur ist gleichermaßen geprägt von Ehrgeiz aber auch Bescheidenheit, von Vielfalt aber auch Teamwork, von Offenheit aber auch Respekt.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Berlin hat die besten Voraussetzungen, Europas größter Technologie-Hub zu werden. Die Entwicklung dahin ist aus unserer Sicht bereits im Gange. Viele der Mitarbeiter bei Blacklane haben zuvor in London, Paris oder im kalifornischen Silicon Valley gearbeitet, sind aber dennoch nach Berlin gekommen, weil sie die Möglichkeiten dieser Stadt zu schätzen wissen. Die Berliner Vielfalt ist ideale Voraussetzung für ein global operierendes Unternehmen.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. Würden Sie diesen Satz unterschreiben?
Das ist nur eine Momentaufnahme, man muss jedoch die Entwicklung sehen. In der Vergangenheit war Berlin sicher nicht das attraktivste Pflaster für internationale Investoren. Allerdings weniger aus strukturellen Gründen, als vielmehr aufgrund mangelnder Ideen. Lange Zeit war die deutsche Start-up-Kultur von Copycats geprägt und das Renditepotential entsprechend begrenzt. Heute sieht man aber immer mehr vielversprechende, global skalierbare Geschäftsmodelle entstehen, die internationale Investoren anziehen. Und nur so kann das Modell funktionieren. Berlin ist auf einem guten Weg, braucht jedoch noch mehr gute Ideen und mutige Gründer, dann ergibt sich der Rest von alleine.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
Blacklane hat gerade erst angefangen. Unser Ziel ist es, ein integraler Bestandteil der globalen Reisekette zu werden und so die Marktführerschaft für hochwertige, aber günstige Fahrdienste weiter auszubauen. Ziel muss es sein, die Mobilität so nahtlos in die Reisplanung einzubetten, dass sie in natürlicher Weise mit der Reisebuchung einhergeht. Wir wollen den Reisenden den Stress ersparen, der normalerweise derartigen Prozessen zugrunde liegt. Die Reisenden sollen sich auf das eigentlich wichtige Element ihrer Reise, nämlich das Meeting vor Ort oder das Urlaubshotel, konzentrieren und freuen können. Wir kümmern uns um den Rest.