Florian Meissner, der Gründer von EyeEm. (Foto: PR/EyeEm)

Florian Meissner, der Gründer von EyeEm.
(Foto: PR/EyeEm)

EyeEm: „Die Jagd nach Investoren ist eine interessante, aber oft demütigende Erfahrung“

Das Start-up EyeEm gilt als deutscher Instagram-Konkurrent. Es bietet ein Fotocommunity, auf der Nutzer ihre Bilder teilen und damit, wenn sie wollen, auch Geld verdienen können. Auch EyeEm hat Peter Thiel als Investoren im Portfolio.

Die britische Ausgabe des Magazins „Wired“ hat Ihr Unternehmen unter die 100 heißesten europäischen Start-ups gewählt. Was macht EyeEm eigentlich so heiß?
EyeEm ist eine globale Fotografie-Community und ein Marktplatz. Die EyeEm-App erlaubt unserer Community von mehr als 13 Millionen Fotografen weltweit, ihre Bilder hochzuladen und – optional – online zu verkaufen. Wir sind in mehr als 150 Ländern aktiv und damit eine wirklich globale Plattform, die einen alternativen Blick auf die Welt Bild für Bild zeigt.

Mit unserer selbst entwickelten Technologie versuchen wir außerdem, die Fotografien der Welt in unserem durchsuchbaren Marktplatz zu indizieren, sodass Redakteure, Marketingleute, Marken und jeder andere auf der Suche nach einem schönen Foto das perfekte Bild finden kann, zu jeder Zeit.

Nicht zum ersten Mal konzentriert sich ein Ranking ausschließlich auf die Start-up-Szene in der Hauptstadt. Was schätzen Sie an Berlin als Standort? Warum haben Sie sich für die Hauptstadt entschieden?
Meine Mitgründer und ich wussten immer, dass Berlin der perfekte Platz für den Start von EyeEm sein würde, weil die Stadt einfach den richtigen Mix von Kreativität und technischer Expertise bietet, um ein blühendes Start-up-Ökosystem aufzubauen. Durch seine zentrale Position in Europa zieht die Stadt Talente vom ganzen Kontinent sowie andere Ländern an. Kombiniert mit einem großartigen Lebensstandard – immer noch vergleichsweise geringe Kosten im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten – macht das Berlin zu einer guten Wahl, wenn es darum geht, ein eigenes Geschäft zu starten.

In den vergangenen Jahren haben wir auch ein Büro in San Francisco eröffnet und durch unsere Arbeit verbringen wir auch viel Zeit in den USA und in Großbritannien. Aber Berlin ist einfach unser zu Hause und wir hätten EyeEms globale Community nirgendwo anders starten können.

Auch wenn Berlin im Vergleich zu Metropolen wie London aufholt, bleibt Finanzierung ein schwieriges Thema. „Wenn die großen Checks geschrieben werden, dann in 99,9 Prozent der Fälle an nicht-deutsche Start-ups“, heißt es in der „Wired“. EyeEm hat mit Peter Thiel inzwischen einen bekannten Investor gewonnen. Was haben Sie anders beziehungsweise besser gemacht als andere Start-ups auf der Suche nach Kapitalgebern?
Die Jagd nach Investoren ist immer eine interessante – und oft eine demütigende – Erfahrung und auch, wenn es vielleicht stimmt, dass Berlin nicht immer die finanziellen Verbindungen wie London oder San Francisco bieten konnte, haben wir nun fantastische lokale Geldgeber wie Earlybird, die hier großartige Arbeit leisten. Wir können von Glück sagen, dass wir sie als Unterstützer gewonnen haben, und dass sie uns neben unseren anderen Kapitalgebern die Möglichkeit gegeben haben, unsere Vision zu verwirklichen. Unser Fokus auf unsere Community hat uns dabei geholfen, herauszustechen, und jeden Erfolg, den wir erfahren haben, können wir auf sie zurückführen.

Was planen Sie für die Zukunft? Oder um es mit den Worten der „Wired“ zu fragen: Was wird Ihr Start-up in Zukunft noch heißer machen?
2015 markiert bisher das wichtigste Jahr in unserer Unternehmensgeschichte: Wir sind in die Märkte USA, Großbritannien, die Schweiz, die Niederlande und natürlich Deutschland gegangen. Wir können es kaum erwarten, in den kommenden Monaten noch in weitere Schlüsselregionen zu expandieren und unsere 50 Millionen Bilder damit weiter auszubauen. Wir haben auch gerade unser zweites „Festival and Awards“ angekündigt, das im September in New York City stattfinden und ein paar fantastische Redner beherbergen wird. Dort wollen wir die besten aufstrebenden Talente aus unserer Community feiern.