Newsletter gelten als angestaubt. Doch gerade für Start-ups ohne großes Marketing-Budget kann er sich doch lohnen, wenn ein paar Dinge beachtet werden.

E-Mail und Newsletter dürften längst nicht mehr existieren, so oft wie ihnen schon der Tod prophezeit wurde. Zugegeben: Nach mehr als 30 Jahren sind E-Mail und Newsletter vielleicht nicht mehr der neueste Schrei. So wird auf Marketingkonferenzen lieber über andere Themen wie Big Data oder Social Media Marketing gesprochen. Doch gerade für Start-ups ohne große Marketing-Budgets kann sich der Newsletter lohnen, wenn sie auf ein paar Dinge achten.

Wieso sollten Start-ups überhaupt einen Newsletter verschicken, wenn sie doch zu Beginn noch gar keinen großen Kundenstamm besitzen? „Newsletter eignen sich für Gründer, um bestehenden und potenziellen Investoren – aber auch die Presse – über die Entwicklung des eigenen Unternehmens zu informieren“, erklärt Torsten Schwarz, Unternehmensberater mit Schwerpunkt auf E-Mail-Marketing. So sollte es auf einer einer fast leeren Webseite eine Box „Demnächst Neues“ geben und die Aufforderung, dort die eigene Mailadresse einzutragen. So werde rund um die Kundendatenbank das eigene Unternehmen aufgebaut.

„Gute E-Mails und Newsletter zu schreiben, erfordert viel Liebe, Zeit und Herzblut“, so Torsten Schwarz weiter. Das weiß auch der Berliner Onlineshop Juniqe, der Werke von Hunderten internationalen Künstlern nicht nur als Kopie zum Aufhängen anbietet, sondern sie auch auf Shirts, Bettwäsche und Handyhüllen bringt. „Für uns ist es wichtig, unsere Kunden persönlich anzusprechen und eine langfristige Bindung zu ihnen aufzubauen“, sagt Juniqe-Mitgründerin Lea Lange.

Newsletter – das „noch direktere Medium“

Juniqe nutzt Newsletter gezielt, da „sie im Vergleich zu Social Media das noch direktere und langlebigere Medium sind“. Außerdem hätten sich die Abonnenten aktiv für den Newsletter angemeldet. Dass Juniqe bei der Anmeldung fünf Euro Bonus verspricht, dürfte dabei helfen. „Unsere Newsletter-Kampagnen laufen synchron mit unseren Social-Media- und Website-Aktivitäten. Ein Social-Media-Post kann aber leichter übersehen werden und ist dann auch nicht mehr so einfach wiederzufinden, sobald er aus dem Newsfeed verschwunden ist“, erklärt Lea Lange.

Bei dem Erstellungsprozess des Newsletters sind die verschiedensten Mitarbeiter involviert. „Von der Idee, dem Brief für die Kampagne über das Erstellen der Texte und Bilder, der Produktauswahl bis hin zum Erstellen des Html-Templates und dem Versand nimmt die Kampagne sicher sechs bis acht Stunden in Anspruch“, berichtet das Berliner Start-up.

Für ihre Newsletter testet Juniqe auch aktuell personalisierte Angebote für bestimmte Kundengruppen. Bei Remintrex, ebenfalls einem Berliner Start-up, ist die Personalisierung von Newslettern die eigentliche Geschäftsidee: Nutzer, die einen Onlineshop besuchen, aber nichts gekauft haben wird im Anschluss eine personalisierte E-Mail mit den zuvor angeschauten Produkten hinterhergeschickt. Retargeting heißt hierfür der Fachausdruck.