Die Zahl der Milliarden-Start-ups wächst seit 2014 exponentiell. Nur Europa hinkt hinterher. Hoffnung auf neue Einhörner macht aber unter anderem die deutsche Szene. 

Anfang 2014 zählten gerade einmal 42 Start-ups zum erlesenen Kreis der „Einhörner“, der mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewerteten Jungunternehmen. Ein erlesener Kreis, weil diese Marke nur die wenigsten Start-ups überschritten. So war es bisher.

Doch dass Einhörner unter Start-ups eine Besonderheit darstellen – dieser Eindruck hat sich seit Januar vergangenen Jahres drastisch verändert. Die Zahl der jungen Unternehmen mit Milliarde(n)wert hat sich seitdem mehr als verdoppelt, wie eine Grafik des „Wall Street Journal“ belegt: Im Juli waren genau 100 Start-ups mit einer Milliarde US-Dollar oder sogar höher bewertet.

Milliardenbewertung versus Milliardenfinanzierung

Laut der Grafik gibt es aber nicht nur mehr Unternehmen, die über die Milliardenschwelle kommen. Auch die Bewertungen einzelner Start-ups liegen insgesamt höher als noch vor anderthalb Jahren. Gab es im Januar 2014 mit JD.com gerade einmal ein junges Unternehmen, das mit mehr als zehn Milliarden US-Dollar bewertet wurde, kamen Ende 2014 schon vier zusammen. Im Juli 2015 waren es sogar neun. Mit dem chinesischen Start-up Xiaomi und dem Fahrdienst Uber knackten zwei von ihnen gar die Bewertungsmarke von 40 Millionen US-Dollar.

Einmal mehr belegen die Daten auch, dass die Höhe der Finanzierungsrunden nur wenig mit der tatsächlichen Bewertung zusammenhängt. Der chinesische Smartphonehersteller Xiaomi kommt beispielsweise auf eine Bewertung von 46 Milliarden US-Dollar, aber auf eine Finanzierung von „nur“ 1,4 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Der deutsche Lieferdienst Delivery Hero hat mit 1,3 Milliarden US-Dollar fast genauso viel Geld eingesammelt, der Wert des Start-ups wird aber mit 3,1 Milliarden US-Dollar deutlich niedriger bemessen.