Die Gründer von Omas Hundekekse sind ein bunter Hund in der Start-up-Szene. Ihr Konzept steht exemplarisch für einen emotionalen Wachstumsmarkt für den geliebten Vierbeiner. Und die Premium-Leckerli schmecken nicht nur den Tieren.

Mönchengladbach. Hinter Start-ups stehen junge Enthusiastische, deren Unternehmergeist am besten noch vor Studienabschluss mit ihnen durchbrennt und sie vom Hörsaal in einen Innovation-Hub treibt. In Kreuzkölln grübeln sie über ihren Geschӓftsideen, das Tablet stets zur Hand.

Soweit die Klischees, doch gegründet wird auch jenseits dieser Vorurteile: Helga Cremer baute ihr Unternehmen abseits der Hauptstadt in Mönchengladbach auf, ihre Ideen gedeihen in der heimischen Küche, und das Nudelholz ist ihr wichtigstes Werkzeug. Mit 70 Jahren ist die Rentnerin noch mal durchgestartet und bedient seitdem mit ihren hausgemachten Hundekeksen eine Lücke im wachsenden Kleintierbedarfsmarkt. In der Start-up-Szene ist sie in vielerlei Hinsicht eine Ausnahme.

Der Familienhund als Gründungsgrund

Die gelernte Hauswirtschaftlerin hat immer viel gebacken, vor allem seit ihrem Renteneintritt freuten sich die Kinder und Enkelkinder oft über die Kreationen aus der heimischen Küche. Oma brauchte eine Aufgabe, und so erfüllte sie auch gerne den Sonderwunsch für Familienhund Seven. „Weiβe Schäferhunde haben einen empfindlichen Magen und viele Leckerli hat unser Seven einfach nicht vertragen“, erklärt die rüstige Seniorin. Eine Spezialkreation mit Putenleber traf den Geschmack auf magenschonende Weise und auf dem Hundeplatz jagte dieser nicht nur Seven hinterher. „Und so nahm das Ganze seinen Lauf“, sagt Sohn Thomas Cremer, der der unternehmerische Kopf hinter der Marke ist.

Mittlerweile ist die ungewöhnliche Backstube zu dem Familienbetrieb Omas Hundekekse angewachsen. Rund 200 Kilo vertreiben die Cremers jeden Monat im Laden in Mönchengladbach, im eigenen Online-Shop und über andere Anbieter. Die erste Kreation mit Putenleber ist als Klassiker seit der Firmengründung im wechselnden Sortiment geblieben und einer von aktuell 15 verschiedenen Keksen im Angebot. „Das ist ein Selbstläufer“, sagt Thomas Cremer, denn bisher seien die Vertriebspartner auf sie zugekommen und ihnen sei nicht mal die Zeit geblieben, den Markt selbst zu erschlieβen. Dessen Besonderheiten lassen sich am Erfolg von Omas Hundekeksen zeigen.