Die Start-up-Branche wandelt sich schnell. Deshalb schauen wir an dieser Stelle zurück auf die Nachrichten, die Gründer in dieser Woche bewegten.

Der Mindestlohn löst in der Start-up-Szene weiter eine Debatte aus, insbesondere für jüngere Start-ups könnte die neue Regelung von 8.50 Euro – auch für Praktikanten – zum Problem werden: Lena Weitenkamp fühlt sich in einem Artikel auf t3n.de, einem Webportal mit Schwerpunkten auf neue Technologien, zu sehr an „Schwarzmalerei“ erinnert. „Vor allem klingt es verdächtig stark nach dem Lamento, das auch die traditionellen Arbeitgeber aus Großunternehmen und Mittelstand in puncto Mindestlohn anstimmen“, schreibt sie.  Zuvor hatte sich Florian Nöll, Chef des Bundesverbandes Deutscher Start-ups, in einem Blog-Eintrag klar gegen den Mindestlohn positioniert: „Arbeitsministerin Nahles ist stolz auf ihr Werk, glaubt sie doch aus einer schlecht bezahlten Generation Praktikum eine besser bezahlte Generation Praktikum zu machen. Tatsächlich schafft sie die Generation Praktikum ab, mit fatalen Folgen.“

Christian Lindners Wutrede über das Scheitern im Landtag von Nordrhein-Westfalen hat die Woche über noch weitere Kreise gezogen. Recht bekommt er von Netzkolumnist und Internet-Berater Nico Lumma, der schreibt: „Lindner hatte natürlich völlig Recht mit seinem Statement. Und es ist auch völlig egal für die Diskussion um eine „Kultur der zweiten Chance“ oder eine „neue Gründerkultur“, wie viel Geld damals das Start-up von Lindner versenkt hat oder wie lange er schon nicht mehr in der Wirtschaft ist oder gar welches Auto er damals fuhr.“

Der Lieferdienst Shopwings hat erstmals einen Partner aus dem Einzelhandel gefunden. Für den Rocket-Internet-Zögling soll es nicht der Einzige bleiben. Rocket Internet hingegen hat am Freitag 30 Prozent von Delivery Hero übernommen, dem weltweit größten Anbieter für Online-Essenlieferungen. Das Unternehmen zahlte dafür 496 Millionen Euro – und verfestigt damit seine Position.

Und zum Schluss der Blick in die USA…

Diese Woche wurde verkündet, dass Tweets wieder direkt in den Google-Suchergebnissen auftauchen sollen – und das in Echtzeit. Das ist auch dringend nötig, denn beim  Mikroblogging-Dienst stagnieren die Nutzer-Zahlen. Im vierten Quartal 2014 ist diese Zahl um lediglich 1,4 Prozent gestiegen, der Umsatz hat sich allerdings verdoppelt. Die Google-Suche ist allerdings nicht neu: Schon zwischen 2009 und 2011 tauchten die Tweets direkt auf.

Im Silicon Valley gibt es hinter den Kulissen große Probleme: Ungleichheit, Gehaltsdifferenzen und ein schwindendes Rückgrat seien an der Tagesordnung, schreibt die amerikanische „Wired“. Zuvor hatte auch schon der „Business Insider“ darüber berichtet, danach sind von allen Venture Capitalists nur 96 Prozent männlich, während nur 2,7 Prozent der 6.517 Firmen weibliche Chefs haben –  auch eine Realität im Silicon Valley.

Der US-Elektronikhändler Radioshack hat mittlerweile Insolvenz angemeldet – eine teilweise Übernahme durch Amazon scheint deshalb umso wahrscheinlicher. Die Pleite hatte sich schon seit Monaten angekündigt, ebenso wie Gerüchte nicht verstummen wollen, dass Amazon interessiert sein. Schon im Oktober hatten US-Medien berichtet, dass Amazon in New York ein erstes Ladengeschäft eröffnen möchte. Das könnten nun einige Filialen von RadioShack sein. Die Läden könnten genutzt werden, um eigene Produkte anzubieten und Online-Kunden Ware abholen oder zurückgeben zu lassen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei eingeweihte Quellen. Es wäre der bislang größte Vorstoß von Amazon ins klassische Einzelhandelsgeschäft.