Was macht Berlin spannend für Start-ups? Und kann es das europäische Silicon Valley werden? Diesen Fragen geht die Journalistin Nadine Schimroszik in ihrem gerade erschienenen Buch nach. Eine Rezension.

Es dauert bis auf die letzten Seiten des Buches, um zu verstehen, wohin die Autorin mit ihrem Buch „Silicon Valley in Berlin“ überhaupt will – und an dieser Stelle hat das Buch, das sich ansonsten über weite Strecken sehr zieht, seinen stärksten Moment: Nadine Schimroszik schreibt dort, dass es auf der Höhe des Hypes nun gelte, den Gründerboom substanziell zu füttern und die Ausgangslage für Start-ups in Berlin und in Deutschland zu verbessern.

Dieser eine Satz zeigt aber sinnbildlich das Problem auf: Der Titel „Silicon Valley in Berlin“ und auch der Buchrücken versprechen ein Buch, dass die Berliner Start-up-Szene vorstellen soll und dabei sowohl Schwierigkeiten und Stolpersteine als auch die Erfolgsfaktoren für Gründer aufzeigen will. Herausgekommen ist über weite Strecken aber eine Anleitung für Menschen, die darüber nachdenken, ein Unternehmen zu gründen – und das nicht nur in Berlin.

Lexikon-Charakter ohne viel Neues

Die Leser bekommen durchaus hilfreiche Tipps, wie wichtig etwa der Businessplan ist, welche Programme es für die Finanzierung gibt, wo Start-ups Fördermittel herbekommen oder warum Inkubatoren gerade in der Anfangsphase hilfreich sein können. Das Buch schafft einen guten Überblick – und bündelt viele Informationen, sammelt viele Expertenstimmen, versucht Trends aufzuspüren, allerdings leider viel zu oberflächlich.

An vielen Stellen hat das Buch den Charakter eines Lexikons, das durchaus wohl auch von der Autorin so beabsichtigt wurde: Begriffe wie Start-up oder auch Acceleratoren werden in „Infokästen“ gesondert erklärt, ebenso werden wichtige Zitate, etwa von Betahaus-Gründerin Madeleine Gummer von Mohl oder Gründercoach Thorsten Harms, hervorgehoben. Viel Neues bietet das Buch allerdings nicht, deshalb ist es für Branchenkenner oder alte Hasen in der Start-up-Szene eher nichts.