Christian von Hardenberg ist bei Rocket Internet für das Herz der Start-ups zuständig: die Technik. Auf der „Bits & Pretzels“ hat er Einblicke in seine Arbeit gewährt.

München. Was auffällt, sind die vielen hellen Smartphone-Bildschirme im Publikum. Jedes Mal, wenn Christian von Hardenberg eine neue Folie mit Grafiken, Screenshots oder Zahlen zeigt, zücken einiger der hauptsächlich männlichen Zuschauer ihre Handys und fotografieren die Powerpoint-Präsentation auf der Leinwand. Als würde der schnell sprechende Mann mit dem jugendhaften Gesicht mit jeder Folie eine neue bahnbrechende Weisheit preisgeben.

Für einige Gründer im Raum 5 im International Congress Center in München macht er das vielleicht auch. Wer eine Webseite bauen, ein digitales Unternehmen starten will, der dürfte aus der Präsentation des Technikchefs von Rocket Internet für sein eigenes Unternehmen lernen können. Schließlich baut kein Inkubator schneller Start-ups auf als die Samwer-Schmiede. Mit seinem Vortrag „Zehn Dinge, die ich als Rocket-CTO gelernt habe“ gibt von Hardenberg auf der Münchner Gründerkonferenz „Bits & Pretzels“ einen kleinen, winzigen Einblick in die Welt des vermutlich größenwahnsinnigsten Start-up-Bauers der Welt.

Dutzende Webseiten in dreieinhalb Jahren

Vor dreieinhalb Jahren fing der CTO bei der Berliner Unternehmensschmiede an. Als Technik-Chef agiert er als eine Art Kardiologe von Rocket Internet, er kümmert sich um das Herz der Firmen: ihre Internetauftritte. Seit seinem Start hat er Dutzende Webseiten Dutzender Start-ups mitentwickelt. An wie vielen Unternehmen er genau mitgewerkelt hat, zeigt eine Folie mit etwa 20 Logos, darunter etwa Home24, zu der Christian von Hardenberg nur sagt: „Ich war ziemlich genau an all diesen Webseiten involviert.“ Der Technikchef von Rocket Internet schafft es, diese Aussage nahezu bescheiden klingen zu lassen.

Die zehn Erkenntnisse, die er am Montag kommuniziert, dürften aber die wenigsten Technikfans überraschen: Mit einer schnellen Webseite lässt sich mehr Geld generieren, dem mobilen Commerce gehört die Zukunft, je einfacher ein Programm, desto besser. Als der Rocket-CTO beispielsweise erzählt, dass es ohne Komplexität nicht gehe, es aber einen Unterschied zwischen notwendiger und versehentlicher gebe, bleiben die Smartphone-Kameras unten.

Immerhin handelt von Hardenberg seine zehn Erkenntnisse nicht einfach nacheinander ab, sondern erklärt auch kurz, wie auch andere Start-ups diese Einsichten umsetzen können. Er erzählt beispielsweise, dass ein junges Unternehmen nicht das Wissen in einzelnen Teams unterschätzen solle. „Wir versuchen immer, unsere Teams zusammenzulassen“, erklärt der CTO. Um auch bei Abgängen von Mitarbeitern das erarbeitete Wissen beizubehalten, hat das Unternehmen deshalb eigene Untergruppen gebildet, wie etwa seine Technikplattform Sky Rocket. Das Kalkül: „Die Plattform bleibt, auch wenn die Leute gehen“, so von Hardenberg.