Das Adtech-Start-up Remerge verkündet eine Finanzierungsrunde in Höhe von drei Millionen US-Dollar. Der Berliner Werbespezialist plant gleichzeitig seine erste Niederlassung in den USA.

Das Smartphone gilt als einer größten Werbemärkte der Zukunft. Das Geschäft mit mobiler Reklame soll allein bis 2017 ein Volumen von knapp 42 Milliarden US-Dollar erreichen, wie eine Gartner-Studie aus dem vergangenen Jahr prognostiziert. Zu den Unternehmen, die davon profitieren wollen, zählt das Berliner Adtech-Start-up Remerge. Das 2014 gegründete Unternehmen passt seine Werbung auf mobilen Geräten an den Nutzer an und will ihn dadurch dazu bringen, die App häufiger zu verwenden.

Die Investoren scheinen an das Geschäftsmodell zu glauben. Am Donnerstag verkündete Remerge eine Series-A-Finanzierung in Höhe von drei Millionen US-Dollar. Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Nine Point Capital. Der Berliner Wagniskapitalgeber hatte sich bereits an der Seed-Finanzierung von Remerge in Höhe von einer Million Euro beteiligt. Auch die German Start-ups Group steckte erneut Geld in den Adtech-Spezialisten. Mit dem VC Fonds Technologie Berlin der IBB Beteiligungsgesellschaft konnte Remerge zudem einen neuen Investor gewinnen. Mit der zusätzlichen Finanzierung will Geschäftsführer Pan Katsukis die Technologie verbessern.

San Francisco als zweites Standbein

Zeitgleich mit dem frischen Kapital verkündet das Start-up der einstigen Madvertise-Gründer den Sprung in die Vereinigten Staaten. Mitgründer Benjamin Beivers wird für Remerge von der Tech-Hochburg San Francisco aus das US-Team aufbauen. Dadurch will das Start-up näher an seinen US-Kunden sein: In den USA und speziell in San Francisco säßen mit den App-Entwicklern viele potenzielle Kunden, so Katsukis zu WirtschaftsWoche Gründer. „Da wir gesehen haben, dass unser Ansatz und unser Produkt gegen den Wettbewerb in den USA sehr gut punkten kann, ist es nun wichtig, das Momentum zu nutzen und dort eine starke Marktstellung auszubauen“, sagt der Geschäftsführer weiter.

Ein Teil der Series-A-Finanzierung soll dementsprechend auch in den Standort San Francisco fließen. Als Entscheidung gegen Berlin will Remerge diesen Schritt aber nicht verstanden wissen. San Francisco diene als Vertriebsstandort, die technische Entwicklung bleibe in Berlin. „Wir werden Berlin treu bleiben“, verspricht Katsukis.

Remerge ist nicht das einzige deutsche Start-up, das sich in der Adtech-Szene einen Namen gemacht hat. Auch andere Jungunternehmen wie Metrigo oder Sociomantic versuchen sich auf dem digitalen Werbemarkt.