Wie können deutsche Start-ups international mithalten? Beim DLD diskutierten Oliver Samwer & Co. über Geldprobleme, Datenschutz und Google.

Es ist ein liebgewonnenes Ritual: Jedes Jahr im Januar treffen sich die digitalen Vordenker aus Deutschland bei der Digital-Life-Design-Konferenz. Schließlich machen auf dem Weg zum Weltwirtschaftsforum in Davos auch gern die Großen aus dem Silicon Valley einen Zwischenstopp in München. In diesem Jahr beispielsweise Netflix-Boss Reed Hastings oder WhatsApp-Gründer Jan Koum.

Die Debatten zum Auftakt waren auch ein Ritual – jedoch eines auf das man verzichten könnte: Europa diskutiert über den Datenschutz, zu wenig Geld, die amerikanische Übermacht im Allgemeinen und die Macht von Google & Co. im Besonderen. Beim Publikum kam die Diskussion entsprechend wenige an:

In der Runde zum Digitalen Marktplatz Europa bekamen die deutschen Vertreter wie Oliver Samwer oder Jens Spahn in Sachen Googlebashing sogar Unterstützung von Yelp-Chef Jeremy Stoppelman – der freilich eine Dauerfehde mit dem Suchmaschinenriesen führt.

Überraschend war inhaltlich vor allem, dass sich mit Jens Spahn immerhin ein Staatssekretär für eine Lockerung des Datenschutzes aussprach. Mit den deutschen Regeln könne kein deutsches Unternehmen mit den Amerikanern konkurrieren. Eine einheitliche Regelung mit den USA sei dabei mindestens so wichtig wie das Handelsabkommen TTIP.

„Wenn eines Tages Google und Facebook alle Daten haben, die man als Start-up braucht um erfolgreich zu sein, wäre das natürlich nicht gut“, sagte Oliver Samwer. Als Alternative entwarf er die Vision einer allgemein zugänglichen Datenbank, wo Daten der Nutzer mit deren Zustimmung gespeichert werden, und bei entsprechender Freigabe auch Start-ups zur Verfügung stünden.