Das Landgericht Frankfurt hat die umstrittenen Rabattaktionen des Internet-Dienstleisters myTaxi verboten. Eine Revision wird geprüft. 

Das Start-up MyTaxi wurde 2011 von Niclaus Mewes und Sven Külper gegründet. Sie haben eine App entwickelt, mit der sich mit dem Smartphone oder Tablet auf Knopfdruck Taxis bestellen lassen – gleich beim Fahrer, ohne Anruf bei einer Taxizentrale. Von Hamburg aus verbreitete sich das Angebot schnell über die deutschen Großstädte, inzwischen ist es in 40 Städten verfügbar, 45.000 Taxen sind angeschlossen.

“Die Höhe des gesetzlich festgelegten Preises für Taxifahrten darf weder nach oben noch nach unten unterschritten werden”, begründete die  Vorsitzende Richterin am Dienstag das Urteil. “Diese Entscheidung ist positiv für Verbraucher und für die  mittelständischen Taxibetriebe”, erklärte eine Sprecherin von
Taxi-Deutschland. Die Servicegesellschaft hatte gegen die Rabatte von myTaxi geklagt, weil sie die ihr angeschlossenen Taxi-Zentralen einem  ruinösen Wettbewerb ausgesetzt sah.

Die Betreiber der Smartphone-App erstatten ihren Kunden die Hälfte  des Fahrpreises, wenn diese im Angebotszeitraum ein Taxi über den  Dienst rufen. MyTaxi glaubt nicht, dass diese Praxis den Wettbewerb  verzerrt. “Wir sind weiter von der Rechtmäßigkeit unserer Aktionen  überzeugt”, sagte ein Unternehmens-Sprecher nach dem Urteil. Das  Unternehmen, an dem auch die Daimler AG beteiligt ist, will eine Revision gegen die Entscheidung prüfen.

Doch der Erfolg von myTaxi reichte  aus: Inzwischen wurde das Handyprogramm, dass die Verbindung zwischen  Fahrgast und Taxifahrer ohne den Umweg über die Taxi-Zentrale ermöglicht, den Angaben zufolge deutlich mehr als zehn Millionen Mal  heruntergeladen. Nutzerzahlen veröffentlicht die App nicht.
und integrierte das Programm in seine Mobilitätsplattform Moovel.