Das Berliner Start-up Muun vermeldet eine erste Finanzierungsrunde mit einigen bekannten Business Angels. An der nächsten Kapitalspritze sollen die Gründer bereits arbeiten.

Ein Start-up zum Einschlafen – so könnte man kurzgefasst die Idee hinter Muun beschreiben. Das Berliner Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Matratzen online zu verkaufen. Das 2014 gegründete Start-up versteht sich allerdings nicht als Marktplatz, sondern will die Konsumenten mit einer einzigen Matratze überzeugen. Das Versprechen: ein hochwertiges Produkt, in Deutschland hergestellt, online bestellbar.

Mit seiner Matratze hat Muun auch einige prominente Geldgeber überzeugt, wie nun bekannt wurde. Die Gründer Vincent Brass und Frederic Böert nahmen insgesamt eine mittlere sechsstellige Summe ein. Zu den Investoren zählen vier der Trivago-Gründer, der Mister-Spex-Gründer Dirk Graber und Björn Kolbmüller von Flaconi. Hinzu kommen Namen wie Alexander von Fugger, ein Nachfahre der berühmten Handelsdynastie, sowie Philipp Sachs und Constantin Nagel. Über die Finanzierungsrunde hatte zuerst die „Gründerszene“ berichtet. Demnach soll das Berliner Start-up auch schon nach der nächsten Kapitalspritze suchen.

Die eigene Matratze online in die Schlafzimmer bringen

Wofür Muun das Geld genau ausgegeben hat beziehungsweise ausgeben will, ist nicht bekannt. Klar ist aber, dass sich Muun einen Markt ausgesucht hat, in den derzeit viele Start-ups drängen – und viel Venture Capital. So hatte das Londoner Start-up Eve, das seit September 2015 in Deutschland Matratzen verkauft, erst im November eine Finanzierungsrunde in Höhe von 3,5 Millionen Euro verkündete. Ein Großteil des Geldes, so hieß es damals, solle in das Geschäft in der Bundesrepublik fließen. Schon heute macht Eve nach eigenen Angaben 25 Prozent seiner Umsätze hierzulande. Muun hat mit Sleepz und Emma auch direkte Konkurrenten aus der deutschen Start-up-Szene.

Den Hype um den Matratzenverkauf im Netz dürfte ein US-Start-up zu verantworten haben: Das Unternehmen Casper hat bislang knapp 70 Millionen Dollar an Investorengeldern eingesammelt. Genau wie Muun setzt das Portal darauf, die eigene Matratze direkt – sprich: online – in die Schlafzimmer zu bringen.

Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland 2014 knapp 875 Millionen Euro mit Matratzen umgesetzt.