Wenn es um Recruiting, Karriereapps und Jobportale geht, ist die Zielgruppe klar: Hier werden Akademiker gesucht. Anders ist das bei Mobilejob.

Die meisten Arbeitskräfte in Deutschland haben weder studiert noch einen MBA sondern sind Bauarbeiter, Pflegekräfte, Lageristen, Kassierer. „Es gibt zahlreiche Online-Jobbörsen für Akademiker. Um gewerbliche Mitarbeiter, die immerhin fast drei Viertel des Arbeitsmarktes ausmachen, kümmert sich niemand“, sagt Steffen Manes. Er ist Mitgründer des Berliner Start-ups mobileJob, das diese Kräfte mit Arbeitgebern wie Vapiano, Lieferheld oder Trinks zusammen bringt – und zwar per Handy.

Zwar haben sich die Unternehmen auf die mobile Mediennutzung eingestellt und dafür gesorgt, dass Stellenanzeigen auch mobil erreichbar sind, wie Mitgründer Kai Daniels sagt. „Dann komme ich zur Karriereseite und soll meinen CV als Pdf hochladen oder per E-Mail senden. Weil ich den Lebenslauf aber nicht auf dem Handy habe, bricht der Bewerbungsprozess an dieser Stelle ab.“ mobileJob spricht Arbeitnehmer auf Facebook & Co. an. Wer interessiert ist, kann sich per SMS oder mobilem Internet bewerben.

Dann muss der Bewerber Fragen zu den für die Stelle unerlässlichen Kriterien beantworten: Haben Sie einen Führerschein oder ein polizeiliches Führungszeugnis? Sind Sie bereit, nachts oder im Schichtbetrieb zu arbeiten? Denn was nützt der schönste Lebenslauf, wenn der Maschinenführer keine Schichten übernehmen will? Wer die meisten Übereinstimmungen hat, wird per SMS zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Das Geschäftsmodel überzeugte bereits mehrere Investoren und das Team um die Gründer wächst stetig. Bewerben kann man sich bei mobileJob übrigens über mobileJob – auch als Akademiker.

Gründer: Steffen Manes und Kai Daniels

Start: Januar 2014

Kundenzahl: knapp 200 Kunden, Anfang 2016 sollen es 250 sein

Team: 15 Mitarbeiter, bis Ende des Jahres sollen es 20 werden

Umsatzziele: 2016 soll ein siebenstelliger Umsatz erreicht werden