Kann man als Gründer einfach mal Betriebsferien nehmen und zehn Tage offline sein? Unsere Kolumnistin Meike Haagmans hat es ausprobiert.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WiWo Gründer: In ihrer Kolumne beschäftigt sich Meike Haagmans, Flugbegleiterin und Gründerin, mit dem Thema, wie sich ihre beiden Leidenschaften vereinen lassen und mit anderen Kuriositäten der Start-up-Szene.  Wenn sie nicht gerade bei uns schreibt, bloggt Meike Haagmans über ihre Erfahrungen mit ihrem Reiseveranstalter Joventours und gibt auf ihrer Webseite viele Tipps für Nebenbei-Gründer.

Von Meike Haagmans

Die klassischen Betriebsferien, in denen Unternehmen komplett den Betrieb einstellen, ein Schild an die Tür heften, die Post zum Laden nebenan bringen lassen und eine Zeit nicht erreichbar sind, sind definitiv seit dem Internetzeitalter vorbei. Über Wochen hinweg nicht mehr zu zugänglich zu sein, ist selbst für klassische, analoge Unternehmen kaum mehr vorstellbar.

Wie organisieren Gründer ihren Urlaub? Kann man es sich erlauben, eine Zeit lang nicht erreichbar zu sein? Und schaut man nicht doch, trotz des guten Vorsatzes „offline zu sein“, hin und wieder, im Urlaub ins E-Mail Postfach, um nach der Abwesenheit nicht das böse Erwachen zu erleben?

Kein Internet. Für zehn Tage.

Wie sieht es aber aus, wenn man zehn Tage einfach nicht erreichbar sein kann, weil man eine Atlantiküberquerung mit dem Schiff macht? Im vierten Betriebsjahr von Joventour habe ich mich einer der größten Herausforderung seit der Gründung gestellt: die Firma komplett aus den Händen zu geben.

Alles begann mit der Nachricht einer Reisebloggerin, die ortsunabhängig arbeitet und uns im Content Marketing unterstützt. Sie würde für zehn Tage von Gran Canaria nach Salvador mit anderen „digitalen Nomaden“ reisen und ob ich nicht auch Lust hätte mitzukommen.

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, ob die Atlantiküberquerung an sich oder die Destination Brasilien mich mehr begeisterte – eines hatte ich allerdings bei Buchung nicht bedacht: kein Internet für zehn Tage.