Die Start-up-Szene ist noch immer von Männern dominiert. Doch im Medienbereich gründen auch verstärkt Frauen. Wir stellen einige von ihnen vor.

Von Julian Heck

Die Initiativen für mehr Gründerinnen oder mehr Präsenz von selbstständigen Frauen schießen geradezu aus dem Boden, seien es die schon länger aktiven Digital Media Women oder Bemühungen des Bundeswirtschafts- und Bundesfamilienministeriums. Sogar eine eigene Seite hat das Ministerium unter existenzgruenderinnen.de eingerichtet, genauso wie die KfW. Vielerorts bemühen sich verschiedene Akteure, Frauen fürs Gründen zu gewinnen.

Auch der Medienbranche täten sicherlich mehr Frauen gut. Doch obwohl – oder gerade weil – die meisten Medien noch männerdominiert sind, gibt es viele Frauen, die ihr eigenes Ding machen und im Internet etwas auf die Beine gestellt haben. Elisabeth Oberndorfer zum Beispiel hat mit Fillmore ein Magazin für Wirtschaft, Innovation und Lifestyle gegründet. Sie berichtet aus dem Silicon Valley über die neuesten Trends, während ihre Kollegin Teresa Hammerl in Wien den heimischen Blick auf die Szene hat. „Wenn du als Frau in der Digitalbranche was eigenes machst, wirst du gleich mal wahrgenommen“, berichtet Elisabeth Oberndorfer aus eigener Erfahrung. Die Aufmerksamkeit solle man für sich nutzen, auch wenn die Bewunderung für weibliche Gründerinnen schnell mal komisch wirken kann, „als wäre man ein kleines Mädchen“.

Auch Heike Scholz, die schon seit 1996 selbstständig ist und ihren Mobile-Business-Blog mobile zeitgeist zehn Jahre später gegründet hat, motiviert ihre Kolleginnen dazu, die Chancen als Frau für sich zu nutzen. „Natürlich wird eine Frau auch schon einmal als Quotenfrau auf ein Podium eingeladen“, sagt sie. „Doch ganz ehrlich? Who cares?“ Anstatt gekränkt zu sein oder sich dafür zu schämen, sollten Frauen sich über jede Gelegenheit freuen, mit der sie sich selbstvermarkten und öffentlich positionieren können.