In der „Höhle der Löwen“ hatte es mit einem Deal noch nicht geklappt. Nun haben die beiden Math42-Gründer die Klett-Familie als Investoren gewonnen.

Eigentlich schien es für die Brüder Maxim und Raphael Nitsche in der „Höhle der Löwen“ gut zu laufen: Obwohl sie mit ihrer App Math42 die höchste Finanzierung überhaupt forderten und obwohl Internet-Geschäftsmodelle nicht gerade zum Lieblings-Investmentcase der fünf Geldgeber in der TV-Sendung gehören, erhielten sie in der im September ausgestrahlten Show ein Angebot von Frank Thelen und Vural Öger. Dass es am Ende nicht zu einem Deal auf dem Bildschirm kam, lag an der Gesellschafterstruktur des Familien-Start-ups: Weil der Vater der eigentliche Chef von Math42 ist und er in der Sendung nicht dabei war, wollten die „Löwen“ nicht investieren.

Nun haben die beiden jungen Gründer doch noch einen Kapitalgeber gefunden: Die Familie Klett, die hinter dem gleichnamigen Bildungsverlag steht, steigt bei der Nachhilfe-App ein. Michael Klett und sein Sohn David investieren einen sechsstelligen Betrag in Math42. Das ist nicht ganz so hoch wie das Investment, das die Nitsches in der „Höhle der Löwen“ gefordert haben. Damals verlangten sie zwei Millionen Euro.

„Unsere Schüler stellten immer dieselben Fragen“

Auch wenn die Summe etwas niedriger liegt, sehen sich die Brüder nun für ihr weiteres Wachstum gerüstet. Die Finanzierung ermögliche es, „weltweit und über alle Plattformen hinweg zu expandieren“, heißt es in einer Mitteilung von Math42. Maxim und Raphael Nitsche haben ihre App noch zu Schulzeiten entwickelt. Mit Math42 können Schüler komplizierte Gleichungen lösen. Nach Angaben der Gründer verwenden die iOS-App mittlerweile 1,6 Millionen Nutzer auf dem gesamten Globus.

Die Idee zu ihrem Start-up kam den Brüdern im Teenager-Alter, als sie selbst Nachhilfe gaben. „Unsere Schüler stellten einfach immer wieder die gleichen Fragen“, so Maxim Nitsche. Mit ihrer App wollten sie diese Fragen beantworten. Mit gerade einmal 14 beziehungsweise 15 Jahren präsentierten die Brüder ihrem Vater ihre Geschäftsidee. Dieser verlangte einen Businessplan von seinen Söhnen. Ein halbes Jahr und 90 Seiten Geschäftskonzept später starteten sie mit Math42, noch einmal dreieinhalb Jahre später gingen sie mit der App auf den Markt.

Nach Angaben der „Gründerszene“ halten die Kletts nun 6,25 Prozent an dem Start-up. Die Klett Gruppe, bei der Michael Klett im Aufsichtsrat sitzt, zählt zu einem der größten Bildungsunternehmen in Deutschland. Der Konzern, zu dem 56 Töchter wie etwa der Ernst Klett Verlag gehören, beschäftigt knapp 2900 Mitarbeiter und hat 2014 einen Umsatz von 460 Millionen Euro erzielt.