Sie waren die jüngsten Kandidaten, die die Löwen je hatten – und haben gleichzeitig das höchste Investment gefordert. Warum es nicht geklappt hat.

Zwei Millionen wollten Maxim und Raphael Nitsche von den Löwen haben – und waren dafür bereit 20 Prozent ihrer Firmenanteile abzugeben. Mit Math42 haben die Brüder eine App entwickelt, die Schülern Nachhilfe gibt und dabei Begriffe und Gleichungen Schritt für Schritt erklärt. Fast eine Million Schüler auf der ganzen Welt nutzen die kostenfreie App bereits zeitweise war sie die beliebteste App im deutschen Apple Store. Math 42 gibt es inzwischen in mehreren Sprachen. In Kürze soll in den asiatischen Raum expandiert und die App in einer kostenpflichtigen Premium-Variante angeboten werden. Dafür wollten die 19 und 20 Jahre alten Brüder Geld von den Löwen.

Die fanden die Idee gut, machten aber ein Gegenangebot. Jeder der etwas davon versteht, weiß, dass die Bewertung viel zu niedrig war, und das wir das Angebot unmöglich annehmen konnten,” sagt Maxim Nitsche im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. Ein Deal scheiterte letztlich aber auch daran, dass Frank Thelen und Vural Öger, die eigentlich investieren wollten, kurzfristig einen Rückzieher machten: Maxim und Raphael Nitsche sind nicht Mehrheitseigner der Firma, sondern der Vater, so dass alle Verhandlungen eigentlich mit ihm geführt werden müssten. Den kannten die Löwen aber nicht – und wollten sich deshalb nicht auf dieses Risiko einlassen. Wie es für das Start-up nun weitergeht.

WirtschaftsWoche Gründer: Herr Nitsche, wie war es als Sie – gemeinsam mit ihrem Bruder – den Löwen gegenüber standen?

Maxim Nitsche: Ich war ganz schön nervös, hatte schlecht geschlafen – und habe mich direkt im ersten Satz versprochen. Dabei waren wir vorbereitet: Raphael und ich hatten uns Gedanken darüber gemacht, wie wir so eine abstrakte Sache wie eine App für Mathe-Nachhilfe eigentlich vorstellen wollen. Aber das viele Licht – und auch die vielen Menschen, die hinter der Kamera standen, haben uns dann irritiert – zumindest für einen kurzen Moment.

Und wie haben Sie die App dann präsentiert?

Wir haben es so gemacht, dass Raphael — der ja ein Mathe-Genie ist — eine Gleichung an einer Tafel gelöst hat und ich dann gezeigt habe, wie viel schneller und detaillierter Math 42 die gleiche Aufgabe löst und erklärt.