Das Jahr 2016 startete bei Vox mit einem Best of: Zum zweijährigen Jubiläum zeigte der Sender eine Auswahl der besten Szenen aus der „Höhle der Löwen“. Wir berichten, wie das Netz die Sendung sah.

19.45 Uhr: Willkommen zum WiWo-Gründer-Liveblog zur „Höhle der Löwen“! Am ersten Tag des Jahres sendet Vox ein „Best of“ seiner Gründersendung mit den besten Präsentationen der Start-ups und den Kommentaren der fünf Investoren Vural Öger, Jochen Schweizer, Lencke Steiner, Frank Thelen und Judith Williams. Für alle, die Sätze wie „Das ist für mich kein Investmentcase“ oder „Ich bin raus“ vermisst haben, schalten wir ein und kommentieren mit beziehungsweise für euch (auch auf Twitter)!

19.48 Uhr: Es wird das letzte Mal sein, dass die Investorenrunde in dieser Form über den Bildschirm flackert: Nach seiner eigenen Unternehmenspleite steigt Vural Öger als Finanzier in der nächsten Staffel der „Höhle der Löwen“ aus. Ob und – falls ja – mit wem er ersetzt wird, hat Vox bislang nicht kommuniziert. Ein Twitter-Nutzer drückt es so aus:

19.51 Uhr: Ein paar Fakten zum Zweijährigen: Bislang haben sich mehr als 100 Gründer vor die „Löwen“ getraut, 35 von ihnen haben einen Deal bekommen. Laut „Gründerszene“ sind davon allerdings im Nachhinein noch 21 Deals geplatzt.

20.04 Uhr: Man lese und staune: Im heutigen „Best of“ treten nicht nur Start-ups wie Babo Blue und Meine Spielzeugkiste vor die Kamera, die ein Investment erhalten haben, sondern auch welche, die kein Geld in der „Höhle der Löwen“ bekamen. Dazu gehören beispielsweise Heelbopps und TomYang BBQ.

20.06 Uhr: Für die Sendung dürfte es heute gemessen an den Einschaltquoten allerdings schwer werden: Parallel zum Rückblick läuft in der ARD ein „Tatort“ mit Til Schweiger und Helene Fischer. Bedauern auf Twitter:

20.09 Uhr: Jochen Schweizer scheint schon vor Sendebeginn guter Laune zu sein.

20.15 Uhr: Es geht looos!

20.18 Uhr: Es beginnt alles mit der Slashpipe, einer Röhre mit Wasser gefüllt. Jochen Schweizer wollte einst gerne investieren – 25,1 Prozent der Anteile für 300.000 Euro. Die Gründer wollten allerdings nicht mehr als 15 Prozent abgeben und so kam es nicht zu einem Deal. Moderator Amiaz Habtu hat das Unternehmen im Nachhinein noch einmal besucht.

20.21 Uhr: „Es ist ein zweischneidiges Schwert“, sagt einer der Gründer heute: Mit Schweizer wäre vieles schneller gegangen, andererseits hätte man auch schneller wachsen müssen.

20.24 Uhr: Im Schnelldurchlauf zeigt Vox ein paar Sport-Highlights der Sendung – wie Frank Thelen seine eigenen Skateboard-Künste mit den Worten „Ich bin so ein Büroarsch geworden“ kommentiert oder wie er sich mit den Fliegern von Toby Rich fast selbst umflog zum Beispiel. Kurzweilig.

20.28 Uhr: Auch Judith Williams darf noch einmal ihre Sportkünste präsentieren, als sie das Flyrad fährt. Kein Deal für den Gründer, aber ein Deal zwischen der Investorin und Jochen Schweizer: Er kaufte ihr ein Flyrad unter der Bedingung, dass sie es jeden Tag für einen Monat fahre. „Ein Mann, ein Wort“, kommentiert Schweizer sein Investment.

20.32 Uhr: Vox zeigt eine längere Episode von Williams’ Fahrübungen. Nichts gegen Frau Williams, aber da könnte man jetzt auch kurz in den „Tatort“ reinschalten.

20.34 Uhr: Das Kondom-Start-up Einhorn darf ebenfalls noch einmal den eigenen Erfolg präsentieren. Man habe seit der Ausstrahlung fast eine halbe Million Kondome verkauft, sagen die Gründer. Auf Twitter interessiert man sich auch für das Outfit.

20.37 Uhr: Lendstar darf auch noch einmal kurz für sich selbst werben und spricht von der tollen Zusammenarbeit mit Jochen Schweizer. Etwas mehr Inhalt hätte dem Beitrag gut getan.

20.40 Uhr: „Danke“ sagt auch Musicworks. Das Start-up verliert auch ausschließlich lobende Worte über die „Höhle der Löwen“ – kein Wunder, profitierte es doch vom Deal mit Jochen Schweizer. Ein Twitter-Nutzer bemängelt noch einen weiteren Punkt:

20.43 Uhr: Wundersam-Gründer Herbert Bachler kommt ebenfalls kurz zu Wort. Den hatten wir nach der Sendung schon mal interviewt. Er lobt die Sachlichkeit der „Löwen“.

20.48 Uhr: Die Gründer von Babo Blue versprechen ein blaues Biermischgetränk. Anders als bei den Kurzvorstellungen der anderen Start-ups wird hier noch einmal fast der komplette Pitch gezeigt. Jochen Schweizer und Lencke Steiner hatten damals 100.000 Euro für 25,1 Prozent angeboten, die Studenten hatten das Angebot angenommen. Inszeniert wird der Deal mit Partymusik. Wie auch sonst?

20.51 Uhr: Manche interessieren denn auch mehr die aktuellen Geschehnisse um Herrn Öger und die „Höhle der Löwen“ als die künstlich erzeugte Partystimmung:

20.54 Uhr: Vox geht mit der dramatischen Frage, wie es denn für Babo Blue sechs Monate nach der Sendung aussieht, in die Werbung. Wir pusten auch mal kurz durch.

21.02 Uhr: Sympathisch: Die Gründer von Babo Blue (alles Studenten zum Zeitpunkt der TV-Aufzeichnung) sitzen derzeit weniger an ihrem Start-up, sondern viel mehr an ihren Abschlussarbeiten. Bier trinken kann man ja auch besser hinterher.

21.05 Uhr: Jetzt Dont’s in der „Höhle der Löwen“. Kurz zusammengefasst: Keine Geschäftsideen mitbringen, die schon andere entwickelt haben, Prototyp nicht vergessen, Bewertung nicht zu hoch ansetzen.

21.09 Uhr: Danach kommen wieder Positivbeispiele, zum Beispiel Von Floerke oder Popcornloops. Einen richtigen Mehrwert sieht dieser Twitter-Nutzer darin nicht:

21.14 Uhr: Wie groß der Marketingeffekt der Sendung ist, zeigt sich auch am Beispiel Foodist. Man habe nach der Sendung nächtelang keinen Schlaf gehabt, berichten die beiden Gründer. Statt zwei Mitarbeitern beschäftigen sie inzwischen 30. Das Start-up hat auch den  ProSiebenSat.1-Accelerator von seinem Geschäftsmodell überzeugt.

21.16 Uhr: Meine Spielzeugkiste hatte ursprünglich mal einen Deal mit Frank Thelen abgeschlossen. „Seitdem hat sich echt viel verändert“, sagt einer der Gründer. Jeden Monat bekomme man 1500 Kunden dazu. Interessant, scheiterten die Tollabox und die Wummelkiste doch mit einem ähnlichen Konzept.

21.19 Uhr: Auch Von Floerke darf noch einmal die tollen Zahlen präsentieren: Das Start-up, das Accessoires für Männer verkauft, habe an einigen Tagen höhere Umsätze als früher im ganzen Jahr, berichtet David Schirrmacher. Vor kurzem war der Gründer zudem eine Kooperation mit Galeria Kaufhof eingegangen. Ähnlich rund läuft es für Koawach. Man habe mittlerweile 250.000 Packungen an koffeinhaltigem Kakao verkauft.

21.22 Uhr: Das Interview mit Math42 hat unser System nach der Veröffentlichung vor einige Herausforderungen gestellt. Wie stark die beiden Gründer Maxim und Raphael Nitsche interessieren, zeigt sich auch im „Höhle der Löwen“-Rückblick: Der komplette Pitch wird noch einmal gezeigt. Inzwischen haben die beiden Brüder übrigens ein Investment bekommen – von Klett.

21.30 Uhr: Frank Thelen wollte damals gemeinsam mit Vural Öger investieren, stieg aber aus, als die Brüder erzählten, dass nicht sie, sondern ihr Vater Chef des Unternehmens sei. Auf Twitter begründet Thelen die Entscheidung so:

21.31 Uhr: Nicht alle Twitter-Nutzer können die Brüder (und den Vater) verstehen:

21.34 Uhr: Kaum kommen Math42 und die „Höhle der Löwen“ zusammen, schon ist unsere Seite wieder down. Manche Dinge haben sich seit 2015 (noch) nicht geändert.

21.38 Uhr: Die Gründerin von Heelbopps konnte die „Löwen“ nicht überzeugen. Frank Thelen bemängelte, dass sie nur 150.000 Euro Umsatz, aber eine Unternehmensbewertung von 1,8 Millionen Euro hervorrufe. Trotzdem werden der Gründerin einige Minuten eingeräumt, um ihren „Gründeralltag“ zu beschreiben. Die Twitter-Nutzer sind alles andere als begeistert.

21.45 Uhr: Das Start-up Lustblume darf noch einmal seine Sextoys präsentieren. Die Gründer wollten damals 90.000 Euro für 15 Prozent der Anteile. Während Vural Öger angeekelt ist, gibt Jochen Schweizer den Gründern keine Chance. Offenbar hatte noch niemand von den „Löwen“ von Amorelie gehört.

21.59 Uhr: Auch TomYang Barbecue hatte kein Investment bekommen, war von den „Löwen“ sogar stark getadelt worden. Der Gründer ist aber trotzdem zufrieden: 30 Anfragen pro Tag nach der Ausstrahlung, weitere Märkte sind geplant.

22.01 Uhr: Mit unsichtbaren Unterhemden hat sich Uwe Schmidt in die „Höhle der Löwen“ gewagt. Sein Argument: Unter Hemden sollte das Shirt nicht auffallen, weil es nicht weiß, sondern hautfarben ist. So richtig überzeugt ist man auf Twitter nicht.

22.11 Uhr: Die Meinungen zur Sendung gehen übrigens weit auseinander. Während die einen sich über das Wiedersehen mit den „Löwen“ freuen, halten andere den Rückblick eher für ein Werbeformat:

https://twitter.com/96yannik/status/683032131841454080

22.24 Uhr: Nächstes Thema: Essen. Von BugBreak über Little Lunch bis hin Mind Cookies – die „Löwen“ werden beim Fressen gezeigt. Auch Coffee Bags darf sich noch mal über den Deal mit Vural Öger freuen – natürlich bleibt völlig unerwähnt, dass das Investment am Ende gar nicht zustande kam.

22.32 Uhr: Übrigens gefallen die wilden Schnitte in der Sendung auch einem prominenten Teilnehmer nicht.

Fazit: Eine kurzweilige, unterhaltsame Sendung. Allerdings muss man schon sagen, dass das Special mehr eine Werbesendung darstellte als eine Unterhaltungsshow. Viel Lob für die Investoren, viel Lob für das tolle Marketing – das dürfte auch weniger selbstbeweihräuchernd gehen. Die wahren „Höhle der Löwen“-Fans hat das aber offenbar nicht gestört.