Die Sicherheit der Kinder liegt den meisten Eltern am Herzen: Wie Start-ups daraus neue Geschäftsideen entwickeln.

Die Geschichte von “Wo ist Lilly?” begann mit einem verschwundenen Hund. Der dreijährige Labrador des Firmenbesitzers David Spanier war eines Tages nicht mehr da. Einfach weggelaufen war er – an seinen Lieblingsplatz am See – und als er gesund und munter wieder auftauchte und Daniel Spanier den ersten Schock überwunden hatte, entwickelte er aus diesem eigentlich unangenehmen Zwischenfall eine Geschäftsidee.

Wenn er sich als Hundebesitzer so sehr um seinen verschwundenen Schützling sorgte, wie erst musste es Eltern mit ihren Kindern gehen? David Spanier entwickelte unter dem Dach seines Start-ups „MyFairDeal“ einen GPS-Tracker, den Eltern am Rucksack ihres Kindes befestigen können, um so aus der Ferne mit Hilfe einer kostenlosen App den Standort abzufragen.

Uhr mit eingebautem Peilsender

Vor vier Monaten entstand mit der GPS-Uhr eine dezentere – und erfolgreichere – Variante: „Die Uhr kam bei unseren Kunden sehr viel besser an, da die Kinder nicht das Gefühl haben überwacht zu werden“, sagt David Spanier. 179 Euro kostet sie im Angebot, normalerweise ist sie noch 20 Euro teurer. Im Online-Shop wird sie für Kinder zwischen vier und zwölf Jahren empfohlen – Notruf-Knopf inklusive. „Man kann mit der Uhr auch telefonieren, da darin ein Mikrofon eingebaut ist.“

Ein stolzer Preis: Doch das Produkt scheint anzukommen. Genaue Verkaufszahlen will der 32- Jährige nicht nennen. “Wir verkaufen aber auch ins europäische Ausland, zum Beispiel in die Türkei und nach Schweden.“

Besorgte Eltern, die wissen wollen, ob das Kind, das mit der S-Bahn unterwegs zum Fußballtraining ist, auch wirklich gut angekommen ist, zählen ebenso zu den Kunden, wie Mütter und Väter, die sich die Uhr speziell für die Urlaubsreise kaufen, damit die Kinder auch mal alleine zum Strand gehen können. Zwischendurch können die Eltern dann überprüfen, ob die Kinder sich noch an der verabredeten Stelle befinden, denn mit der App können sie einen Kreis um ein Gebiet ziehen, in dem sich die Kinder aufhalten dürfen. Entfernen diese sich daraus, erhalten die Eltern eine Meldung.