Das digitale Laborbuch Labfolder sammelt in einer Finanzierungsrunde einen siebenstelligen Betrag ein. Das Start-up plant nun die Internationalisierung.

Während die Wissenschaft viele neue Wege erforscht, gibt es für sie selbst wenig Neuerungen. Meistens werden die Labor- oder Versuchsergebnisse noch ganz traditionell in eine Excel-Tabelle eingetragen, manchmal sogar noch analog auf Papier. Hier setzt das Start-up Labfolder an. Das Berliner Unternehmen will Wissenschaftlern mit seinem digitalen Laborbuch nicht nur dabei helfen, ihre Recherchen besser zu organisieren, sondern bietet ihnen auch die Möglichkeit, sie mit anderen fachnahen Experten zu teilen.

Bei Investoren kommt die Idee an. Nach der ersten sechsstelligen Finanzierungsrunde im Oktober 2013 vermeldete Labfolder am Dienstag eine weitere Kapitalspritze in Millionenhöhe. Zuerst berichtete „Gründerszene“ darüber. Wie viel genau das junge Unternehmen eingenommen hat, verriet es zwar nicht. Bekannt gab es aber, dass die Finanzierungsrunde vom Charité Medical Fund angeführt wird. Der Fond gehört zu Peppermint VenturePartners. Auch der VC Fonds Technologie Berlin der IBB Beteiligungsgesellschaft und Vogel Ventures beteiligten sich, genau wie die beiden Business Angel Jan Bohl und Wolfgang Vahrson.

Geld für die Internationalisierung

Das frische Kapital investiert Labfolder in weitere technische Neuerungen und die Internationalisierung. In letzterem Punkt soll auch die Expertise von Soundcloud-Investor Bohl helfen.

Das 2013 gegründete Start-up verzeichnet nach eigenen Angaben vor allem einen Zuwachs aus den USA. Am Tag gibt es laut COO Florian Hauer teils Nutzer-Zuwächse bis in den dreistelligen Bereich. Geld verdient das Unternehmen mit dem Verkauf von Lizenzen. Es setzt aber auch auf Kooperationen. So arbeitet Labfolder seit 2014 mit dem Managementtool Mendeley zusammen, das seinen Nutzern bei der Suche und der Organisation von Wissenschaftsliteratur hilft.