Die Förderbank KfW will in den nächsten zwei Jahren eine Milliarde Euro für Start-ups bereit stellen. Mit Hilfe der EU sollen so rund 23.000 junge Unternehmen unterstützt werden.

Nachdem die Bundesregierung das Anti-Angel-Gesetz gestoppt hat, vermeldet auch die Förderbank KfW gute Nachrichten für die Finanzierung von Start-ups in Deutschland: Sie will in den kommenden zwei Jahren eine Milliarde Euro an Darlehen für Start-ups bereitstellen. In Kooperation mit der Europäischen Union (EU) sollen mit dem Geld rund 23.000 junge Unternehmen gefördert werden. Das gab die Förderbank am Mittwoch bekannt. Das Geld soll eine Ausweitung des Programms „ERP-Gründerkredit – StartGeld“ sein.

Start-ups können das Geld über ihre Hausbank beantragen, die auch 20 Prozent des Risikos trägt. Weitere Fördermittel und Kontaktdaten können Unternehmen auch über die EU-Webseite Access2Finance abrufen. Die Verantwortlichen zeigten sich natugemäß zufrieden. Die Bundesregierung lobte sich gleich selbst: „Auf europäischer Ebene beteiligt sich die Bundesregierung über die KfW mit acht Milliarden Euro am EU-Investitionsplan“, lässt sich Staatssekretär Matthias Machnig in einer Mitteilung zitieren. Pier Luigi Gilibert, Chef des Europäischen Investitionsfonds (EIF), sagte der Mitteilung zufolge, er sei „fest davon überzeugt“, dass man mit dem Geld deutsche Unternehmen mit wenigen finanziellen Mitteln unterstütze, „ihr Geschäft zu vergrößern und Arbeitsplätze zu schaffen“.

Keine Lösung für Wachstumsfinanzierungen

Ob die Summe tatsächlich die Finanzierung von Start-ups verbessern kann, ist allerdings eine andere Frage. Wenn die KfW 23.000 Unternehmen mit dem Geld fördern will, bleibt für jedes im Schnitt nur etwa 43.500 Euro. Für den Anfang kann diese Summe reichen. Doch eine Lösung für Wachstumsfinanzierungen, der wahren Problemzone in der Start-up-Szene, bietet die Förderbank damit nicht. Die KfW weist darauf hin, dass sich das StartGeld insbesondere an Gründer richte, deren Bedarf die 100.000 Euro nicht überschreite.

Das Abkommen zwischen der KfW und dem EIF ist Teil des Investitionsplan der EU. Dieser sieht unter anderem vor, europäische Gelder für kleine und mittelständische Unternehmen über den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) zur Verfügung zu stellen. Die Summe, die die KfW nun als Darlehen für Start-ups zur Verfügung stellt, wird zudem durch eine Garantie des EIF abgesichert. Es ist das erste Abkommen der KfW im Rahmen des EU-Programms COSME, das die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen unterstützen soll.