Ein Unternehmen zu gründen, davon träumen viele. Aber wie gut ist die eigene Idee – und ist das überhaupt wichtig? Antworten darauf kann das IdeaCamp geben.

Wenn Harriet Kollmann über ihre Gründungsidee spricht, geht es nicht um sehr viel weniger, als die Revolution des deutschen Gesundheitssystems. Und wenn man ihr zuhört, wie sie mit ihrer klaren Sprache und festen Stimme darüber spricht, bekommt man das Gefühl: Wenn es jemand schaffen wird, dann sie.

Kollmann ist eine der vielen hunderttausend Gründer, die jedes Jahr mit einer Idee in die Selbstständigkeit starten. Damit ihre Idee zu einer erfolgreichen Unternehmensgründung wird, hat sie am vergangenen Wochenende am so genannten IdeaCamp in Berlin teilgenommen. Gründen an einem Wochenende: So zumindest das Versprechen des Workshops. Dort sollen Menschen wie Kollmann fit gemacht werden für den Unternehmensstart.

Das IdeaCamp, das mehrfach im Jahr in verschiedenen Städten in Deutschland stattfindet, gibt es seit 2011. Mitgegründet und organisiert wird der zweitägige Workshop unter anderem von Kalle Eberhardt. Er hat selbst eine Plattform für Online-Castings gegründet, die Models und Schauspieler mit Agenten zusammenbringt, und hält Vorträge rund um das Thema Gründen. Das IdeaCamp kostet ein paar hundert Euro, ist aber mehr Hobby für den Gründer als ein Zusatzgeschäft.

Mehr als eine Marktlücke mit Profitversprechen

Für Eberhardt geht es beim Gründen vor allem um eine Sache: „Das zu machen, an das man glaubt, und woran man Spaß hat“, sagt er. Ein gutes Geschäftsmodell, eine solide Finanzierung – das alles sei wichtig für den Erfolg eines Unternehmens. „Aber nur wer auch bereit ist für seine Idee zu kämpfen, wird langfristig erfolgreich sein“, sagt er. So sind die Teilnehmer des Wochenendes auch nicht nur junge Uniabsolventen mit Vorzeigelebenslauf und Fünf-Jahres-Plan, sondern auch mal Mitte 70 und vollkommene Szenenneulinge. „Hauptsache, die Motivation stimmt.“