Das Möbel-Start-up Home24 erwirbt seinen Berliner Konkurrenten Fashion for home. Damit will das Rocket-Unternehmen seine Designer-Sparte ausbauen.

Home24 hat eine Verwendung für das Geld aus seiner jüngsten Finanzierungsrunde gefunden: Das Möbelportal übernimmt den Berliner Konkurrenten Fashion for home. Das Start-up ist auf Designmöbel spezialisiert. Mit der Übernahme will Home24, eigentlich für sein Vollsortiment bekannt, den Fokus auf „exklusive Designer-Kollektionen“ erweitern, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt.

Die beiden Marken sollen dabei erhalten bleiben, die Kunden können die Fashion-for-home-Produkte künftig aber auch bei Home24 erwerben. Bei dem Deal handelt es sich um einen sogenannten Stock-Swap-Deal, also ein Aktientauschgeschäft. Die Anteile der Fashion-for-home-Gesellschafter seien in Home24-Shares umgewandelt worden, erklärt das Rocket-Start-up auf Nachfrage.

Die Übernahme ist insofern interessant, weil mit Home24 ein derzeitiges Vorzeige-Start-up von Rocket Internet eine frühere Beteiligung des Inkubators übernimmt. Die Samwersche Unternehmensschmiede hatte 2012 ihren 26-Prozent-Anteil an Fashion for home abgegeben. Die „Gründerszene“ hatte damals spekuliert, dass der Start-up-Bauer, der erst kurz vor dem Verkauf in Home24 investiert hatte, auf den Breitenmarkt setze. Nun soll die Nische offenbar das Vollsortiment ergänzen.

Man kenne die Gründer von Fashion for home schon sehr lange und arbeite bereits seit vielen Jahren „an einer gemeinsamen Vision“, lässt sich Home24-Chef Domenico Cipolla in einer Mitteilung zitieren. Nun wolle man diese „unter einem gemeinsamen Dach“ weiterentwickeln. Home24 habe die Eigenmarken im vergangenen Jahr bereits stark ausgebaut, heißt es von Seiten des Start-ups. Fashion for home sei gerade in diesem Bereich „stark aufgestellt“. „Das ergänzt sich perfekt“, so das Möbelportal. Für wie viel Geld Fashion for home den Besitzer wechselte, wollten die beteiligten Unternehmen nicht verraten.

Home24 gilt als große Rocket-Hoffnung

Das Berliner Start-up wurde 2009 von Marc Appelhoff und Christoph Cordes aufgebaut. Das Ziel: „Eine erstklassige Einrichtung für jedes Zuhause“, wie es auf der Webseite des Unternehmens heißt. Die Designermöbel sollen zudem bezahlbar sein. Neben einer Onlineplattform betreibt das Start-up auch sieben stationäre Geschäfte. Fashion for home ist nicht nur auf dem deutschen Markt, sondern auch in Österreich und in den Niederlanden aktiv. Ursprünglich lieferte das Start-up auch mal in die USA und nach Großbritannien.

Home24 zählt dagegen zu den großen Hoffnungen des Start-up-Inkubators Rocket Internet. Das Möbelunternehmen konnte seine Umsätze im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppeln. Allerdings verdreifachten sich auch die Verluste. In der Schweiz hatte Home24 Anfang des Jahres zudem Schwierigkeiten. Das Start-up mit Sitz in Berlin beschäftigt weltweit 1200 Mitarbeiter und ist in sieben europäischen Ländern aktiv.

Der digitale Möbelhandel gilt als Wachstumsmarkt. 2014 kam die Einrichtungsbranche auf einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro, davon wurden 1,6 Milliarden Euro online erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Wachstum von knapp einem Viertel.