Verschiedene Start-ups vermitteln Studierenden Themen für die Abschlussarbeit bei Unternehmen. Und so möglicherweise gleich den Job danach.

Gesucht haben Steffen Bünau, Leon Näsemann und Niels Reinhard vor einem Jahr Themen für ihre Masterarbeiten. Gefunden haben die drei Potsdamer Wirtschaftsstudenten eine Marktlücke. Nämlich die eines Vermittlungsportals für Abschlussarbeiten.

Die meisten Studierenden wünschen sich vom Studium mehr Praxisrelevanz. So wollen auch viele ihre Bachelor- oder Masterarbeit zu einem praktischen Thema schreiben, am besten in Kooperation mit einem Unternehmen. Viele Studierende hoffen auch, durch die Kooperation gleich einen Fuß für die Zeit nach dem Abschluss in der Tür zu haben.

Das funktioniert auch oft, denn viele Unternehmen sind genauso an baldigen Hochschulabsolventen interessiert. Gerade die Branchen und Unternehmensbereiche mit Fachkräftemangel lechzen nach Absolventen und bieten die Betreuung von Abschlussarbeiten an, um Kontakt zu den jungen Akademikern zu bekommen. Kleinere Unternehmen nutzen die Studierenden zudem als günstige Hilfe für Projektarbeiten. Laut einer Umfrage der Jobbörse Staufenbiel bieten zwei Drittel aller Unternehmen Studierenden die Betreuung von Abschlussarbeiten an, für Ingenieure und Informatiker sogar bis zu 90 Prozent.

Doch wie kommen beide Seiten zusammen? Bisher mussten Studierende entweder auf zahlreichen Unternehmenshomepages schauen oder verschiedene Jobportale durchforsten, bei denen auch Abschlussarbeiten ausgeschrieben sind. Das ändern die im Frühjahr gestarteten Portale der drei Potsdamer Gründer: Unter www.die-bachelorarbeit.de beziehungsweise www.die-masterarbeit.de  finden Studierende derzeit circa 1600 verschiedene Angebote gesammelt. (Bei die-bachelorarbiet.de sind aktuell 1.200 Themen ausgeschrieben, bei die-Masterabeit.de 1.300, aber die Themen überschneiden sich größtenteils.)

Informatiker und Ingenieure besonders gefragt

„Wir haben die Portale eigentlich für Wirtschafs- und Geisteswissenschaftler gegründet, aber gemerkt, dass wir vor allem in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik eine Nische getroffen haben“, sagt Gründer Leon Näsemann. Die Unternehmen zeigten großes Interesse, Studierende aus der Technik kennenzulernen. Aber auch Studierende anderer Naturwissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaftler, Psychologen, Medienwissenschaftler und Kommunikationswissenschaftler finden auf den Portalen Themenideen.