Die Politik hat endlich die Chancen von Digital Health & innovativen Start-ups erkannt

Kaum ein Markt in Deutschland ist so gründlich reguliert wie der Gesundheitsmarkt. Und an vielen Stellen können Vertreter von Krankenkassen und Ärzten den Daumen heben oder senken. Veränderungen brauchen hier einfach ganz besonders lange. Doch es scheint, dass die Politik das Potential erkannt hat: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe betonte beim Get Started-Gründerfrühstück, dass es bei Digital Health Start-ups jetzt Zeit sei, Raum für Chancen zu schaffen: Sorgen-Anwälte gäbe es schließlich genügend. Wenn Gründer ihre Ideen rund um Prävention oder die Verbesserung des Lebens für chronisch-kranke Menschen jetzt in die Tat umsetzen, dann erhöht das den Druck auf die Bremser im System und unterstützt diejenigen in der Politik und im Gesundheitswesen, die ein entschiedenes Umdenken zugunsten von Innovationen und Start-ups fordern.

Deutschland ist ein riesiger Gesundheitsmarkt

Mit 80 Millionen Menschen ist Deutschland ein riesiger Gesundheitsmarkt. Wer es geschafft hat und hierzulande eine Zulassung für sein Produkt hat, dem steht dieser ganze Markt offen. Und trotzdem: Natürlich müssen auch Health-Start-ups global denken – und die deutsche Politik muss dringend ihre Hausaufgaben machen: Überregulierung beenden, Verfahren entbürokratisieren, Zulassungen vereinfachen – kurzum: eine bessere Balance zwischen Sicherheit und Innovationsgeschwindigkeit finden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass mehr Start-ups lieber auf der anderen Seite des Atlantiks an ihrer Vision arbeiten. So hat sich das Berliner Start-up Klara bereits 2015 voll und ganz auf den Standort in New York fokussiert. So nachvollziehbar eine solche Entscheidung im Einzelfall ist: Innovativen Unternehmen müssen wir hierzulande den Weg ebnen.

2016 wird für Health Start-ups besonders spannend, zu erwarten sind weitere bahnbrechende Kooperationen, Finanzierungsrunden und vor allem revolutionäre Ideen. Digitale Technologien werden das Leben vieler Menschen besser, einfacher und lebenswerter machen. Und ich werde mir endlich eine Impfpass-App installieren – das Angebot ist auch an dieser Stelle bereits größer als gedacht. In Baden-Württemberg arbeitet das Team von Health CoCon an seiner Medis App, mit der man nicht nur alle Gesundheitspässe, sondern gleich auch noch wichtige Gesundheitsdaten und -termine erfassen kann. Und das Hamburger Start-up LifeTime geht sogar noch einen Schritt weiter: Neben einer digitalen Patientenakte entwickelt das Unternehmen auch eine Hardware, mit der Patienten ihre Daten per Bluetooth oder WLAN direkt beim Arzt auf ihr Smartphone ziehen können.