Die Selbstständigkeit bringt auch die unternehmerische Freiheit mit sich, sich sein Gehalt selbst aussuchen zu können. Doch wie berechnet man das eigentlich? Die wichtigsten Tipps.

Von Laura Waßermann

In der ersten Zeit der Gründung müssen sich Entrepreneure mit vielen Fragen beschäftigen: Wie kommt unser Produkt an? Wie können wir es am Markt testen? Wann brauchen wir die ersten Mitarbeiter? Wie viel sollen wir ihnen bezahlen? Meistens stellt sich ein Gründer selbst erstmal hinten an – seinem Start-up sowie seinen Angestellten. Auch das Geld geht in dieser Phase oft eins zu eins in das Unternehmen.

Weil Rechnungen aber nicht weniger werden, nur weil man unter die Selbstständigen gegangen ist, muss sich auch der Gründer früher oder später ein Gehalt zahlen. Das dürfte berauschend und beängstigend sein und ihn vor eine gewisse Verantwortung stellen. Er muss quasi mit sich selbst verhandeln, um angemessenes Geld zu bekommen, und gleichzeitig im Sinn des Unternehmens und seiner Mitarbeiter denken.

„So viel wie nötig“

Zwar ist die finanzielle Selbstbestimmung neben der unternehmerischen Freiheit ein großer Vorteil von Selbstständigkeit. Doch es entsteht auch eine innere Debatte um die Finanzen: Prinzipiell können sich Gründer nämlich so viel zahlen, wie das Unternehmen als Gewinn abwirft.

David Schirrmacher sieht das Thema locker. Der Gründer hat im Dezember 2014 das Mode-Start-up Von Floerke – auch bekannt aus der „Höhle der Löwen“ – aufgebaut und ist somit Gesellschafter und Geschäftsführer. Kürzlich hat der Bonner seinen ersten Shop in Wien eröffnet; einer Stadt, in der Leben und Wohnen überhaupt nicht günstig sind: „Ich zahle mir so viel aus, wie nötig ist.“ Dazu stellt er folgende Rechnung auf:

700 Euro für Versicherungsabgaben (unter anderem Kranken- und Rentenversicherung)
450 Euro zur Abbezahlung seines Studienkredits
500 Euro f
ür die Miete
300 Euro Rücklagen
400 Euro f
ür die Freizeit

Insgesamt sind das 2350 Euro im Monat, die Schirrmacher sich als Geschäftsführer auszahlt. Das ist bei einer Unternehmensbewertung von rund 540.000 Euro nicht unbedingt viel. Er führe damit kein Luxusleben, das sei nicht der Sinn einer Gründung. „Ich will Von Floerke schließlich weiter aufbauen und nicht das Geld aus der Firma rausziehen.“ Deshalb versuche er auch, so viel Geld wie möglich in die Refinanzierung zu stecken.