Der Businessplan gilt als Muss beim Schritt in die Selbstständigkeit. Doch wer sich sturr an seinen Plan hält, wird scheitern. Wie sich das vermeiden lässt.

Der Businessplan ist mehr als nur ein unerlässliches Dokument auf dem Weg in die Selbstständigkeit: Er ist ein ausgefeilter Regieplan, der die Szenen der Zukunft umreißt und nicht zuletzt eine entscheidende Unterlage bei der Beantragung von Krediten spielt. Die Erstellung eines Businessplanes ist damit unerlässliche Basis und solides Fundament für jedes Unternehmen zugleich. Doch wer sich allzu sehr an ihn klammert, wird scheitern.

Einer, der das nur zu gut weiß, ist Felix Stäritz. Der 32-jährige Kölner hat bereits Dutzende Start-up-Projekte betreut und sein erstes Unternehmen mit 16 Jahren gegründet. Erfahrung hat er viel, doch er musste viel lernen. „Wenn ich an mein erstes digitales Unternehmen zurückdenke, muss ich noch heute den Kopf schütteln“, sagt er.

„Wir würden heute Millionen machen“

Sein Produkt – über das er heute nicht mehr sprechen möchte – habe sich damals blendend verkauft. Doch statt den nächsten Schritt zu gehen, den Businessplan anzupassen und sein Produkt groß zu machen, verharrte sein Team in den ursprünglichen Annahmen. „Hätten wir damals weitergedacht, würden wir heute einen Millionenumsatz generieren.“

Die allzu starre Haltung vieler Gründer kennt Investor Daniel Attalah nur zu gut. Der Financier und CEO des Online-Fotoservices Pixum investiert seit Jahren in Früh-Phasen-Start-ups, die sich in der Seed- oder Series-A-Runde befinden. „Wer in diesen Phasen investiert, muss auch mit Total-Ausfällen rechnen“, sagt der 42-Jährige, der sich unter anderem im High-Tech-Gründerfonds engagiert. Seine Erfahrung lehrt: Selbst der beste Businessplan hat keinen Erfolg, wenn er nicht fortwährend angepasst wird.

Um Total-Ausfälle zu vermeiden, bringe er seine Schützlinge schon früh auf den richtigen Weg. Märkte analysieren, Kundenbedürfnisse abfragen und die Konkurrenz ausloten: All das gehöre für einen soliden Start ins Geschäft dazu. Der Businessplan verändere sich dabei nach und nach zu 100 Prozent, sagt Attalah mit Nachdruck. „Das Business entwickelt sich nie so, wie man es sich zu Anfang noch erdacht hat.“