Nach einer Reihe von guten Nachrichten sieht sich Goodgame mit Vorwürfen konfrontiert. Grund dafür ist der Streit um die Gründung eines Betriebsrats.

28 Mitarbeitern hatte Goodgame im November gleichzeitig gekündigt. Gerüchten zufolge sollen sich alle für die Wahl eines Betriebsrates engagiert haben, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Momentan sieht es danach aus, als ob der Spieleentwickler die Gründung eines Betriebsrates verhindern will – und das durchaus mit Erfolg. In einer Ansprache hat die Geschäftsführung nach  Informationen der Zeitung ihre Mitarbeiter darauf einzuschwören versucht, sich gegen eine Arbeitnehmervertretung zu stellen. Zudem wurde eine Einladung zur Betriebsversammlung, die Voraussetzung für die Wahl eines Betriebsrates ist, nicht weitergeleitet. Dabei ist es gesetzlich vorgegeben, dass ein Unternehmen, Bedingungen für die Gründung eines Betriebsrates schaffen muss. Obwohl die Firma sich erfolgreich etabliert hat, sollen die Mitarbeiter vor der Einführung des Mindestlohns unter Tarif bezahlt worden sein.

Wie das Hamburger Abendblatt weiter berichtet, sollen sich die beiden Gründer in einem “emotionalen Auftritt” vor einem Teil der Mitarbeiter, als Opfer präsentiert haben, die von außen, also von den entlassenen Mitarbeitern und der Presse, angegriffen werden. Es solle niemand die Feinde unterstützen, die von außen die Goodgame-Familie zerstören wollten, forderte die Geschäftsführung. Auch die Presse versuche, das Unternehmen zu zerfleischen. Das Diktat von außen müsse unterbunden werden, soll das Management in der Ansprache gefordert haben, heißt es in dem Text weiter.

Goodgame ist Anfang des Jahres zum größten deutschen Spieleentwickler aufgestiegen: Mittlerweile arbeiten bei Goodgame über 1200 Mitarbeiter, alleine seit 2014 hat sich diese Zahl verdoppelt. Die Entwickler kommen aus rund 60 Nationen. Die Brüder Kai und Christian Wawrzinek – beide mit Doktortitel in Jura beziehungsweise Kieferorthopädie – haben das Unternehmen erst 2009 ­gegründet und angefangen haben sie mit kostenlosen Browserspielen, das bekannteste ist das vielbeworbene Goodgame Empire, doch inzwischen machen Spiele-Apps für Smartphone und Tablet fast die Hälfte des Geschäftes aus.