Goodgame ist zum größten deutschen Spieleentwickler aufgestiegen. Nun wollen die Gründer die internationale Konkurrenz angreifen. 

Neben den Schreibtischen stehen noch die Umzugskartons, an der Wand lehnen Bilder mit bunten Computerspielmotiven und warten darauf, aufgehängt zu werden. Der Hamburger Spieleentwickler Goodgame hat die Büros in der Nähe der Trab­rennbahn Bahrenfeld gerade bezogen, um die im ­Wochentakt neu dazu kommenden Mitarbeiter ­unterzubringen. Ein Shuttlebus pendelt nun zwischen den neuen Büros und dem alten, gut eine Viertelstunde zu Fuß entfernten Standort in einer ehemaligen Zigarettenfabrik.

Fast 600 Personen hat Goodgame im Vorjahr eingestellt und die Mitarbeiterzahl damit auf 1200 verdoppelt. In diesem Jahr sollen noch einmal 400 Personen eingestellt werden. Die Brüder Kai und Christian Wawrzinek – beide mit Doktortitel in Jura beziehungsweise Kieferorthopädie – haben das Unternehmen erst 2009 ­gegründet, inzwischen sind sie zum größten deutschen Spieleanbieter aufgestiegen. Angefangen haben Sie mit kostenlosen Browserspielen, das bekannteste ist das vielbeworbene Goodgame Empire, doch inzwischen machen Spiele-Apps für Smartphone und Tablet fast die Hälfte des Geschäftes aus. Im Interview erklären die Brüder ihre Pläne, warum sie in vielen Bereichen vorsichtig bleiben und was Goodgame von vielen deutschen Start-ups unterscheidet.

Goodgame hat im Vorjahr die Mitarbeiterzahl verdoppelt, läuft das Geschäft so gut?

Christian Wawrzinek: Wir haben uns extrem gesteigert. Im vergangenen Jahr haben wir 202 Millionen Euro Umsatz gemacht und die Einnahmen damit fast verdoppelt.

Kai Wawrzinek: Viele Konkurrenten veröffentlichen zwar keine Zahlen, aber wir gehen davon aus, dass wir das umsatzstärkste deutsche Spieleunternehmen sind. Wir sind auch in den App-Stores von Apple und Google mittlerweile die umsatzstärkste deutsche Firma.

Und sind dabei profitabel?

Ja, der Gewinn vor Steuern beträgt fast 35 Millionen Euro, das ist eine Steigerung von 160 Prozent. Darauf sind wir auch besonders stolz. Denn wenn man sich sonst die Start-up-Landschaft anschaut, gibt es zwar relevante Umsätze aber viele schauen nicht auf den Überschuss, sondern nur auf das Wachstum.

Können Sie das Ergebnis in diesem Jahr wieder verdoppeln?

Das ist schwer zu prognostizieren. Uns ist es sehr wichtig, dass Wachstum aus eigener Kraft zu finanzieren. Wir haben mit einem Sparkassenkredit von 500 000 Euro angefangen, das hat uns dazu erzogen immer auf die Kosten zu achten.