Tim Kahrmann, Leiter des Entrepreneurship Zentrum Witten (EZW) meint, dass bei sich ähnelnden Geschäftsmodellen und gleich hohen Finanzierungssummen immer das Team mit der besseren Ausführung gewinne. Vor allem bei der Kundenakquise komme es auf Fingerspitzengefühl an. „Es geht darum, welches Team die Bedürfnisse der Kunden versteht und diese innerhalb des Produktes oder der Dienstleistung besser umzusetzen weiß.“ Die Erhebung von Daten mittels Key-Performance-Indikatoren sei dabei wichtig, um zu verstehen, welche Stellschrauben welchen Effekt auf den Unternehmenserfolg haben.

Die Kundenbedürfnisse erkannt hat Comnovo. Das Start-up produziert ein „Beeper“-„Keeper“-System für Baufahrzeuge. Das heißt, wenn Fußgänger oder Bauarbeiter sich zu nah an Fahrzeugen wie Gabelstaplern befinden, ertönt ein lautes Piepgeräusch. Es dient zur Vorbeugung von Bauunfällen, die mit schweren Verletzungen oder sogar tödlich enden können. Ein einfaches Produkt, für das Andreas Lewandowski und Volker Köster seit der Gründung 2013 mehrere Preisen erhalten haben. Nicht zu vergessen: Die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie ist Partner von Comnovo . Sie belohnt jedes Unternehmen, das den „Beeper“ für seine Fahrzeuge verwendet, mit einer Prämie von 20 Prozent der nachgewiesenen Netto-Kosten.

Lewandowski und Köster haben also gleich mehrere Maßnahmen ergriffen, um sich von ihren Wettbewerbern abzusetzen. Einen Jakobsweg gibt es aber nicht. Es kommt auf die Bedingungen an wie die Art des Produkts oder den Markt, in dem das Start-up Fuß fassen will. Doch wenn man die Tipps von Hanny und Kahrmann beachtet, ist am Ende des Tages vielleicht doch das eigene Baby das erfolgreichste – und das klügste, schönste, …