Vom Privatkunden- in den Unternehmermarkt zu wechseln, sei nicht die leichteste Art und Weise, sich von seinem Wettbewerber abzusetzen, meint Sebastian Hanny. Hanny ist an der TU Dortmund im Referat für Forschungsförderung und Wissenstransfer tätig und hat bereits einige Gründungen begleitet. „Je nachdem ob es sich um ein Geschäftsmodell für Privatkunden oder Unternehmen handelt, kann es unterschiedliche Bedingungen oder Gesetzmäßigkeiten geben.“ Auch die Ressourcen an Mitarbeitern und Software können abweichen.

Was laut Hanny besonders wichtig ist, damit man sich von seinen Konkurrenten unterscheidet, ist die Kundenanalyse. Man solle möglichst früh mit Kunden sprechen, auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingehen und Kritik gerade in der Anfangszeit zu schätzen wissen. „Eine Software, die nicht leicht zu bedienen ist, will niemand“, sagt der Experte. „Ein Design, welches nicht zum Produkt passt, wird ebenfalls keine Fans finden.“ Ein gutes Design hingegen könne dein Geschäft ausmachen. Stichwort: Apple.

Ebenfalls geeignet für den USP: erfolgreiche, namhafte Partner. Zum Beispiel hat Tinnitracks wenige Monate nach der Gründung den Kopfhörer-Hersteller Sennheiser als Partner gewonnen. Tinnitracks ist ein Hamburger Start-up, das eine App zur Verminderung des Tinnitus’ entwickelt hat. Eine solche Kooperation bringt nicht nur das Marketing voran, man kann auch von erfahrenen Unternehmern lernen sowie von der Marke profitieren.

Je nach Start-up kristallisiert sich Schritt für Schritt heraus, welche Maßnahmen jeweils am besten geeignet sind. Dazu gehört auch, sein Geschäftsmodell flexibel ändern zu können. Bei einem Digital-Start-up kann ein Mietmodell gut sein, so wie bei der Fitness-Website Gymondo: Man kann drei Monate, sechs oder zwölf Sport mit Gymondo machen. Bei einer guten Software hingegen sei eine White Label-Lösung empfehlenswert. White Label bedeutet, dass andere Unternehmen gegen eine Finanzierung mit der Software arbeiten oder sie anbieten ohne dass die Entwickler-Firma genannt werden muss.

Auch SixtyoneMinutes bietet mit dem B2B-Dienst Sixtyone Business ein White Label-Produkt an. Inzwischen haben Michael Gnamm und sein Team zwei Unternehmensberatungen unter Vertrag, die ihren Mitarbeitern den Concierge-Service zu Verfügung stellen. Laut Gnamm sollen andere Firmen dazu kommen, dann würde SixtyoneMinutes zwischen 300.000 und 500.000 potentielle Nutzer ansprechen.