Die German Start-ups Group ist vier Monate nach dem ersten Versuch doch noch an die Börse gegangen – allerdings mit einer geringeren Marktkapitalisierung als ursprünglich anvisiert.

Dass Christoph Gerlinger den Börsengang auch nach der Absage im Juli nicht abgeschrieben hatte, machte der Chef der German Start-ups Group im Interview mit WiWo Gründer schon vor drei Monaten deutlich. „Ich halte die Börse für eine geeignete Finanzierungsform“, sagte er damals. Er befände sich „gedanklich permanent in dem Zustand, den Schlusssprint weiter fortsetzen zu müssen“.

Nun hat Gerlinger den Sprint abgeschlossen: Am Mittwochmorgen ging die German Start-ups Group doch noch an die Börse. Die Erstnotiz lag mit 2,80 Euro über dem Ausgabepreis von 2,50 Euro, allerdings damit trotzdem noch am unteren Ende der Preisspanne, die sich die German Start-ups Group beim ersten Versuch im Sommer gesetzt hatte. Das sei dem Marktumfeld und der Absage des ersten Börsengangs geschuldet, wie das Unternehmen der „Gründerszene“ sagte.

„Wir freuen uns“

Die Marktkapitalisierung lag bei rund 31 Millionen Euro. Sein ursprünglich anvisiertes Ziel von 80 Millionen Euro im Sommer hat Gerlinger damit deutlich verfehlt. Trotzdem zeigte sich der Chef der German Start-ups Group nach dem – wenn man so will – Zieleinlauf erleichtert. „Wir freuen uns sehr, dass wir trotz des für Börsengänge unverändert fragilen Marktumfelds den Sprung auf das Börsenparkett vollzogen haben“, so der Geschäftsführer der Investorengruppe. Genau wie Rocket Internet startete auch die „kleine Rakete“, wie die „FAZ“ den Kapitalgeber einst nannte, im weniger stark regulierten Entry Standard.

Das „frische Eigenkapital“ will Gerlinger nun vor allem in weitere Unternehmensbeteiligungen investieren. Die 2012 gegründete German Start-ups Group hält größtenteils Minderheitsbeteiligungen an Unternehmen wie Delivery Hero, Juniqe, Ewings oder auch Remerge. Bislang kann der Kapitalgeber mit Exozet nur eine Mehrheitsbeteiligung vorweisen.