Sebastian Gräf hat auf sein Gesuch bei Founderio zahlreiche Anfragen erhalten und sich vor der Gründung mit mehreren Kandidaten getroffen. Am Ende hat er sich für seinen heutigen Partner Andreas Schrade entschieden, der nicht wie Gräf in Berlin, sondern in Nürnberg sitzt. „Trotz der Entfernung hat es sehr gut gepasst“, sagt Gräf. Seit fünf Monaten haben sie nun ihr Start-up Enter, dass unter anderem Apps im Auftrag für Unternehmen entwickelt.

In Deutschland gibt es neben Founderio vor allem Plattformen von Universitäten, wie die Team-Börse auf der Seite der Humboldt-Universität, die bei der Suche nach Mitgründern hilft. In den USA haben Shahab Kaviani und Culin Tate vor drei Jahren das Portal CoFoundersLab gegründet, das mittlerweile mehrere zehntausend Nutzer in unter anderem den USA, Kanada und Israel hat. Ähnlich wie bei Founderio können Gründer dort auf die Suche nach Mitgründern gehen und sich für ihre Ideen zusammentun.

Unternehmen suchen nach Innovation

Seit dieser Woche bietet Founderio aber einen weiteren Service für die Nutzer der Plattform: Die Vernetzung von Gründern und Unternehmen. „Solche Kooperationen haben viel Potenzial“, sagt Baier. Dies zeigten bekannte Beispiele wie die Deutsche Telekom, die die Dienstleistungen des Musik-Start-ups Spotify in sein Angebot integriert habe, und die Deutsche Kreditbank, die die Dienste des Start-ups Cringle für das Versenden von Geld via Smartphone nutzte.

Außerdem könnten laut Baier Unternehmen so auf sich aufmerksam machen. „Kleinere Unternehmer überlegen sich zweimal, ob sie direkt eine Veranstaltung für mehrere tausend Euro organisieren, um mit Start-ups in Kontakt zu kommen“, sagt Baier.

Ein Unternehmen, das die Plattform bereits nutzt, ist die Fotoentwicklungsfirma Cewe. Sie ist gutes Beispiel dafür, was Unternehmen bei Start-ups suchen: Innovation. „Unternehmen haben zwar viele Ressourcen und den Marktzugang“, sagt Baier. „Start-ups wiederum haben eine stärkere Innovationskraft und Geschwindigkeit.“