Das gelte insbesondere, so Kollmann, wenn das Start-up unter eigener Marke weitergeführt werde – wie bei Kochzauber. „So können Konzerne neue Strategien testen, ohne im Falle eines Scheiterns den eigenen Markennamen zu beschädigen.“

Ein Risiko gibt es für die Käufer dennoch. Zwar können viele Geschäftsmodelle durch einen erfahrenen und finanzstarken Investor zurück zum Erfolg geführt werden. Für alle gilt das aber nicht. Im Zweifelsfall pumpt der Käufer eine Menge Geld in das Start-up und muss am Ende feststellen: Es funktioniert wirklich nicht.

Insolvenz als Makel? Eher nicht

Mehr Know-how über den Markt und die Kunden zu bekommen – das dürfte auch Lieferandos Mutter Takeaway.com zur Übernahme von Food Express motiviert haben. Der Markt für Essenslieferdienste ist stark umkämpft, zahlreiche Firmen wie Foodora, Deliveroo oder Urban Taste konkurrieren um die Vorherrschaft. Die Übernahme von Food Express bringt dem niederländischen Online-Portal-Betreiber wertvolle Informationen über Vorlieben und Gewohnheiten der Konsumenten.

Dass die vorhergehende Insolvenz ein Makel ist, glaubt Start-up-Experte Kollmann nicht. „Viele Kunden bekommen davon nicht unbedingt was mit, solange der Betrieb nicht aussetzt oder über die Insolvenz in den Medien groß berichtet wurde.“