Eine Studie hat den Erfolg von Risikokapital-Fonds untersucht und kommt zu einem interessanten Ergebnis: Erfolgreiche VCs beschäftigen viele Ex-Gründer.

Für Start-ups zählen Risikokapital-Fonds zu den wichtigsten Ansprechpartnern. Um das eigene Unternehmen voranzubringen, brauchen viele Gründer Geld, mit dem sie die Produktion oder das Wachstum finanzieren können. Doch nicht nur junge Firmen, auch Investoren vertrauen auf Venture-Capital-Fonds. Anleger stellen dort ihr Geld als sogenanntes Private Equity bereit, also als außerbörsliches Eigenkapital. Die Hoffnung: Wenn das Start-up das nächste Google wird, rentiert sich das Risiko um ein Vielfaches.

Doch die meisten Wagniskapitalgeber sind gar nicht so erfolgreich: Die meisten von ihnen können keine attraktiven Renditen, teils sogar gar keine Renditen vorweisen. Einige wenige wie beispielsweise Whatsapp-Kapitalgeber Jim Goetz von Sequoia Capital können hingegen große Erfolge verzeichnen. Die Nicht-Regierungsorganisation Endeavor, die vielversprechende Entrepreneure fördert, hat nun untersucht, warum Leute wie Goetz mehr Erfolg haben als der durchschnittliche Venture-Capital-Fonds. Dafür hat die Organisation 30 Top-Kapitalgeber mit 30 gewöhnlichen Fonds verglichen.

Das Ergebnis ist so logisch wie einfach: Partner in erfolgreichen Risikokapitalfirmen haben oft selbst gegründet oder in einer hohen Managementposition bei einem Start-up gearbeitet, wie Endeavor in einem Beitrag für das US-Magazin „Techcrunch“ schreibt. Demnach bringen fast 60 Prozent der Partner in den Top-Fonds Entrepreneur-Erfahrung mit, bei den anderen sind es gerade einmal 27 Prozent. Auch wenn die Untersuchung nicht ganz repräsentativ ist, zeigen die Zahlen zumindest eine interessante Tendenz.

Ex-Gründer profitieren vom „attraction factor“

In den erfolgreichen Wagniskapitalfirmen saßen je mindestens ein oder zwei Partner, die vorab bereits selbst Führungserfahrung in Start-ups gesammelt hatten – zumeist auch bei Unternehmen, die schließlich verkauft oder übernommen wurden. Bei den anderen Risikokapitalgebern hatte hingegen jeder dritte gar keinen entrepreneur-erfahrenen Manager unter seinen Partnern. Stattdessen hatten diese vorher in der Finanzbranche gearbeitet.

Auf die Frage, warum Ex-Gründer und Ex-Start-up-Manager so viel erfolgreicher investieren, gibt Endeavor drei Antworten: Die Gründe liegen demnach im Wissen, im Netzwerk und im „attraction factor“, der besagt, dass Gründer lieber mit Menschen zusammenarbeiten, die bereits selbst gegründet haben.

Schaut man sich deren Erfolgsquote an, ist das allerdings auch kein Wunder.