Trägt sich Ihre App?

Nein, noch nicht. Nach Aufbau des Partnernetzwerks in ganz Europa sind wir erst im Sommer 2015 offiziell gestartet. Hinter Edaole steckt ein langfristig angelegtes Geschäftsmodell. Insofern haben wir da noch etwas Zeit und konzentrieren uns im ersten Schritt auf Wachstum sowie Reichweite und erst später auf Profitabilität. Aktuell finanzieren wir uns über Investoren, die uns einen mittleren sechsstelligen Euro-Betrag zur Verfügung gestellt haben.

Was ist Ihr Ziel für 2016?

In 2016 wollen wir noch mehr Partner gewinnen und das in vielen weiteren Städten in Europa. Darüber hinaus wollen wir unsere Reichweite und Nutzerzahl deutlich erhöhen. Bisher haben wir rund 50.000 registrierte Nutzer.

Sie waren der Erste mit dieser Idee. Macht Ihnen die Konkurrenz mittlerweile Sorgen?

In China versuchen bereits mehrere große Reiseportale von der Kaufkraft chinesischer Touristen zu profitieren und entwickeln ähnliche Funktionen wie Edaole, welche sie in ihre bestehende Plattform integrieren. Der Unterschied zu uns ist jedoch, dass wir mit unserem Berliner Team sehr nah an unseren Partnern sind. Das fällt der Konkurrenz aus China sehr schwer. Dies führt jedoch dazu, dass viele Reiseportale mit uns kooperieren möchten. In Europa gibt es seit wenigen Monaten einen ersten Konkurrenten aus London, der mit dem gleichen Modell, aber einem anderen Prozess an den Start geht.

Was war für Sie am Anfang am Schwierigsten?

Ganz klar: den chinesischen Markt und die Kultur zu verstehen. Am Anfang dachte ich, ich fliege dahin, treffe Leute, finde Mitarbeiter, knüpfe Partnerschaften und lege los. Die Wahrheit ist, dass man in China ohne ein gutes Netzwerk und die richtigen Leute, die einen unterstützen, komplett verloren ist. Die Art und Weise, wie in China Geschäfte gemacht werden, ist überhaupt nicht mit dem zu vergleichen, was wir aus Deutschland kennen. Alles läuft über Kontakte und Empfehlungen. Der zentrale Begriff dafür lautet Guanxi. Er bezeichnet das Netzwerk persönlicher Beziehungen, von dessen Wirken in China kaum eine Entscheidung unbeeinflusst bleibt. Geschäfte basieren in China grundlegend auf Vertrauensbeziehungen und nicht auf Verträgen, die oft nur als Richtschnur gelten. Ein Handschlag hat bei Vertragsschluss also oft einen höheren Stellenwert als eine Unterschrift.

Würden Sie anderen Gründern den Schritt nach China empfehlen?

Unbedingt. China ist ein Land mit einem unglaublichen Wachstum. Das kann man täglich in der Zeitung lesen. Was jedoch viele nicht wissen ist, dass China insbesondere im Bereich digitaler Alltagstechnologien oft viel schneller und weiter ist als Europa. Das Smartphone steht im Zentrum von allem. Auffallend ist auch, dass es enorm viel Wagniskapital gibt, was eine florierende Start-up-Szene zur Folge hat. Hinzukommt ein beeindruckender Pragmatismus innovative Ideen umzusetzen, aber auch zu kopieren, was natürlich Gefahren birgt. Ohne Netzwerk, Kontakte und eine ausgeprägte Risikobereitschaft sollte man den Markt nicht unterschätzen. Am Ende kann man bitterlich scheitern oder überaus erfolgreich werden. Dazwischen liegt wenig.