Mit einem neuen Produktionsverfahren wollen drei Österreicher tonnenweise winzige Algen für die Lebensmittelindustrie herstellen.

Von Henryk Hielscher

Die Sonne heizt, das Licht gleißt. Die Arbeiter, die in dem Gewächshaus nahe Wien gerade eine weitere Reihe von 5,50 Meter hohen Glasrohren montieren, brauchen Sonnenbrillen. „Das Licht ist entscheidend für das Wachstum der Algen“, sagt Johann Mörwald und deutet auf das grünlich gefärbte Wasser in den Rohren.

Lange Zeit war Mörwald einer der weltweit wichtigsten Manager des Discounters Aldi Süd. Jetzt ist er Vorstandschef des österreichischen Unternehmens Ecoduna und setzt statt auf Aldi auf Algen. Getrocknet und in hochreiner Form sind die grünen Einzeller ein begehrter Grundstoff für die Produktion von Omega-3-Fettsäuren.

100 Tonnen getrocknete Algenmasse ab 2017

Bisher wird das Nahrungsergänzungsmittel, das die Funktion des Herzens unterstützt, vor allem aus Fisch gewonnen. Wegen der zunehmenden Überfischung der Meere steigen aber die Preise, und Alternativen sind rar. „Das ist ein extremer Wachstumsmarkt“, sagt Mörwald.

Die Technologie hinter der Zuchtanlage für Mikroalgen haben die beiden Ecoduna-Gründer Martin Mohr und Franz Emminger entwickelt und patentieren lassen. Das Gewächshaus vor den Toren Wiens ist ihr Prototyp, der nun vor allem weitere Geldgeber davon überzeugen soll, in die nächsten Ausbaustufen zu investieren. Läuft alles nach Plan, will Ecoduna ab 2017 bereits 100 Tonnen getrocknete Algenmasse im Jahr produzieren.

Steckbrief
Ecoduna
Gründer: Martin Mohr, Franz Emminger, Geschäftsführer Johann Mörwald (v.l.)
Baustart: Anfang 2016
Gründung: Oktober 2012
Sitz: Bruck an der Leitha (bei Wien)
Mitarbeiter: 22
Finanzierung: circa zwölf Millionen Euro von Gründern, Investoren und öffentlichen Mitteln